Magazin für akademische Bildung

Ratgeber zu Abitur, Studium und Karriere

23.07.2008
Artikel:  drucken |  merken |  versenden |  kommentieren

Das Bewerbungsgespräch

Wenn Deine Bewerbungsunterlagen überzeugt haben, wirst Du zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Hier kannst Du den guten Eindruck, den Deine Bewerbung hinterlassen hat, weiter ausbauen. Nervosität ist normal bei einer solchen Gelegenheit. Umso wichtiger ist es, auf ein paar Kleinigkeiten zu achten, die schon viel ausmachen.

Die Vorbereitung

Informiere Dich im Vorfeld intensiv über das Unternehmen. Eine gute Vorbereitung signalisiert Interesse. Außerdem kannst Du Dir so schon einmal Fragen zum Arbeitsplatz oder Firmenalltag überlegen. Meist können die Bewerber am Ende eines Vorstellungsgesprächs selbst Fragen stellen; wer hier zeigt, dass er interessiert ist, aber bereits Vorwissen besitzt, kann punkten.

Schon vor dem Termin solltest Du in Erfahrung bringen, wie Du zu dem Unternehmen gelangst und wie lange Du für die Anreise rechnen musst. Wer zu spät kommt oder abgehetzt wirkt, für den ist es schwieriger, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen. Auf Nummer sicher geht, wer den Weg am Vortag schon einmal austestet. Das geht natürlich nur, wenn die Firma in Deiner Stadt liegt.

Überlege Dir schon vorher Antworten auf die Standardfragen. Das nimmt Dir im Bewerbungsgespräch die Nervosität. Folgende Fragen sind üblich:

  • Was sind Ihre Stärken?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Welche Ziele haben Sie, wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Was erhoffen Sie sich von der angebotenen Stelle?
  • Warum sind Sie ideal für diese Stelle?
  • Welche Erfahrungen haben Sie bisher gesammelt?

Auf die Frage nach den persönlichen Schwächen sollte nicht ausweichend geantwortet werden. Besser ist es, tatsächliche Schwächen anzugeben, die aber aus einem anderen Blickwinkel als Stärke interpretiert werden können (z.B. "Ich bin eher perfektionistisch" bedeutet einerseits, dass man manchmal zum Übertreiben neigt, aber auch, dass man sehr detailgenau und präzise arbeitet).

Die Kleidung

Die richtige Auswahl des Bewerbungs-Outfits fällt oft schwer. Auf der einen Seite solltest Du Dich darin wohl fühlen, auf der anderen Seite muss es ja Business-Kleidung sein, die Du vermutlich nicht jeden Tag trägst. Es ist grundsätzlich besser, overdressed zu sein – solange es nicht das Ballkleid ist – als zu unelegant. Jeans zum Beispiel sind in vielen Branchen nicht angebracht, ein Hemd statt Pulli muss immer sein. Ob wirklich der schwarze Anzug plus Krawatte angesagt ist, hängt wiederum von der Branche ab.

Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann kannst Du schon vor Deinem Bewerbungsgespräch zu dem betreffenden Unternehmen fahren (falls es nicht zu weit weg ist) und nachsehen, wie die anderen Mitarbeiter gekleidet sind. Das hilft Dir bestimmt weiter.

Sonst gilt: Orientiere Dich daran, wie Du auf Deinem Bewerbungsfoto aussiehst, denn aufgrund dieses Eindrucks bist Du unter anderem ausgewählt worden.

Nach oben

Während des Gesprächs

Du musst natürlich pünktlich, aber nicht schüchtern oder gar unterwürfig zu Deinem Termin erscheinen. Sei Dir sicher: Du wirst erwartet und man freut sich darauf, Dich kennen zu lernen. Mit ein bisschen Routine werden solche Gespräche auch für Dich unterhaltsam, schließlich erfährst Du jedes Mal einiges über Unternehmensstrukturen und Aufgabenfelder und kommst mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt.

Stell Dich immer mit Deinem vollen Namen vor, nicht nur dem Mitarbeiter, der das Vorstellungsgespräch führt, sondern auch am Empfang. Es ist von Vorteil, wenn der Handschlag entschlossen wirkt, eben weder zu fest (wirkt verbissen und ist schmerzhaft) noch zu lasch (wirkt schüchtern und gleichgültig).

Wird Dir ein Getränk (meist Kaffee oder Wasser) angeboten, darfst Du ruhig zugreifen. Wähle aber nur zwischen dem, was Dir gerade angeboten wurde – Sonderwünsche wirken vermessen. Und greife immer lieber zum stillen Wasser als zu Sprudel oder Cola: Von Kohlensäure musst Du eventuell während des Gesprächs aufstoßen. Das macht keinen guten Eindruck.

Der Höflichkeit wegen setzt man sich erst dann, wenn es einem angeboten wird.

Während des Gesprächs gelten die Grundsätze: gut zuhören, Augenkontakt halten und die Fragen präzise und wahrheitsgetreu beantworten – Lügen werden spätestens in Deiner ersten Arbeitswoche aufgedeckt. Floskeln sind im Gespräch zu vermeiden. Übrigens: Es macht nichts, wenn Du nervös bist. Versuche nicht, es verkrampft zu überspielen, sondern gib es einfach zu. Die Personaler kennen das.

Auch die richtige Körpersprache ist entscheidend:

  • aufrecht sitzen
  • Arme nicht verschränken (das wirkt abweisend)
  • nicht breitbeinig dasitzen, Beine nicht übereinanderschlagen
  • nicht nur auf der Stuhlkante, sondern auf der gesamten Sitzfläche sitzen
  • Hände und Unterarme ruhig auf den Tisch legen.

Wenn Du außerdem die Fußsohlen flach auf den Boden stellst und Dich bemühst, tief zu atmen, legt sich die Nervosität irgendwann von selbst, und Deine Stimme klingt ruhig und selbstbewusst.

Nach dem Gespräch möchtest Du vielleicht nur noch aus dem Raum stürmen und Dir die schweißnassen Hände waschen. Bleibe dennoch so lange, wie die Personaler mit Dir sprechen möchten, und wenn es nur um Smalltalk geht. Danke ihnen für ihre Zeit und verabschiede Dich mit einem festen Händedruck.

Nach oben

Fragen, die nicht beantwortet werden müssen

Es gibt einige Fragen, die in Bewerbungsgesprächen immer wieder auftauchen, die Du aber nicht beantworten musst. Du kannst Dein Gegenüber freundlich aber bestimmt auf das Recht hinweisen, solche Auskünfte zu verweigern. 

Unangebracht sind Fragen nach:

  • Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Heirat
  • Parteizugehörigkeit
  • Glaubenszugehörigkeit
  • sexueller Ausrichtung
  • Krankheiten
  • Vorstrafen
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • öffentlichen Ämtern/ Ehrenämtern
  • Mitgliedschaft in Vereinen/ Verbänden
  • Vermögensverhältnissen
  • Gehalt im vorherigen Job
  • Austritts- oder Kündigungsgrund im vorherigen Job.

Nach oben

studilux/bf

© studilux.de 2007-2011
Alle Rechte vorbehalten

Vervielfältigung nur mit Genehmigung von studilux.de

Diesen Beitrag kommentieren

Bitte beachte beim Schreiben Deines Leser-Kommentars auch die Richtlinien für Leser-Kommentare.

3 Kommentare
#3 Andre schrieb am 12.12.2010 21:55 email

Wieso sind denn Fragen nach Ehrenämtern und Mitgleidschaften in Vereinen unangebracht?

Meiner Meinung nach macht das außerberufliche Engagemant die Persönlichkeit des Bewerbers aus.

#2 Lussia schrieb am 10.10.2010 20:51 email

Ich finde diese Seite sehr informativ

 

:)

#1 Sarah Hengst schrieb am 24.04.2010 14:09 email

Hallo,

Ich habe nächste Woche mein erstes Vorstellungsgespräch in einem Reisebüro für ein einjähriges Praktikum. Ich bin wahnsinnig aufgeregt und ich habe Angst. Denn wenn ich mir solche Seiten durchlese denke ich ich falle gleich durch. Ich bin nämlich ehr schüchtern und fraglich. Doch was ich eigentlich Fragen wollte ist, was muss ich alles mit zum Vorstellungsgespräch mitnehmen? Muss ich auch den Praktikumsvertrag mitnehmen, den ich schon von der Schule zugestellt gekriegt habe oder macht das der Arbeitgeber?

Ich würde mich über eine Antwort freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Sarah H.



Bilandia

Mit bilandia können Bücher auf ganz neue Weise entdeckt werden. Zudem kann dabei Gelesenes digital festgehalten und mit anderen geteilt werden.

Google Anzeige

Studiengebühren in Deutschland

Nach Bundesländern:

Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen

Aufstieg durch Bildung

studilux unterstützt die Qualifizierungsinitiative:

"Aufstieg durch Bildung"

Aufstieg durch Bildung