Schutz vor Datenmissbrauch bei Online-Bewerbungen
Seit Wochen kommen immer wieder neue Datenschutzskandale ans Licht. Nach der Telekom und Bertelsmann hat es nun auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC getroffen. So sollen Unbekannte Personenangaben, die aus der Datenbank für Stellenbewerbungen stammen, entwendet haben. Da stellt sich die Frage, sind Online-Bewerbungen eigentlich sicher?
Die ZDF Redaktion des Verbrauchermagazins WISO hat vor einigen Wochen einen weiteren Datenskandal in Deutschland aufgedeckt. Demnach sollen Hacker die Daten tausender Bewerber des Unternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) gestohlen haben. Die Daten stammten aus Online-Formularen, die von zahlreichen Job-Anwärtern ausgefüllt wurden. Einige der PcW-Daten sollen neben Beständen anderer Firmen auf einem chinesischen Server wieder aufgetaucht sein. Die Datensätze bestehen unter anderem aus Email-Adressen und Passwörtern. Diese Angaben sollen für eine Anmeldung bei einem Internet-Zahlungsdienstleister mißbraucht worden sein. Dabei gingen die Diebe davon aus, dass viele Leute der Einfachheit halber immer die gleiche Email-Adresse mit samt dem identischen Passwort verwenden. Traf dies zu, hatten sie ohne weiteres Zugang zu dem Zahlungskonto der ahnungslosen Opfer erhalten.
Warum schützen die Unternehmen die Daten nicht besser?
Die Unternehmen, die Online-Formulare zum Ausfüllen anbieten, sind gesetzlich dazu verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die personenbezogenen Daten vor Übergriffen Unbefugter gesichert sind. Laut §9 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) muss der Arbeitgeber dem Bewerber folgendes gewährleisten:
- personenbezogene Daten dürfen während der Übertragung, des Transports oder der Speicherung nicht von Unbefugten gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können
- eine nachträgliche Manipulation der personenbezogenen Daten muss im Nachhinein festgestellt und überprüft werden können
- nur Befugte dürfen Zugriff auf die ihnen unterliegenden Daten erhalten
Um dies zu erreichen setzen die Unternehmen auf die Verschlüsselung der Datensätze oder auf die Einrichtung von Sicherheitsservern. Dies bietet meist ausreichenden Schutz der Daten, allerdings keinen hundertprozentigen, worauf die Verbraucherschutzzentrale hinweist. Außerdem sind die Hacker den Sicherheitsfirmen, die die Systeme einrichten, mindestens einen Schritt voraus.
Wenn Online-Bewerbungsbögen unzureichend gesichert sind, so sind die Daten praktisch von jedem internetfähigen Computer aus einsehbar. Es gibt reihenweise Hacker mit dem nötigen Know-How, die diese Sicherheitslücken ausnutzen und fremde Daten einsehen, auswerten und vervielfältigen. In den meisten Fällen erhält der Leidtragende keinerlei Kenntnis davon.
Allerdings geht der Bundesverband Digitale Wirtschaft davon aus, dass das Datenschutzniveau in Deutschland im europäischen und internationalen Vergleich sehr hoch sei. Die Unternehmen halten sich strikt an die gesetzlichen Vorschriften, was regelmäßig kontrolliert werde.
Nichtsdestotrotz ist die Online-Bewerbung weiterhin auf dem Vormarsch. Das Internet hat in den letzten Jahren das Bewerbungsverfahren für ausgeschriebene Stellen revolutioniert. Immer mehr Unternehmen setzen aus Kosten- und Effizienzgründen auf virtuelle Bewerbungsmappen. Damit wollen sich die Firmen unnötigen Papierkram ersparen und sie bekommen so genau die Angaben von den Bewerbern, die sie benötigen. Für die Firmen ist es dabei meist kein Problem, die gesetzlichen Auflagen für den Datenschutz zu erfüllen. Aber für Dich ist das dennoch keine Garantie für absolute Sicherheit.
Warum bestehen dann viele Unternehmen auf Online-Bewerbungen?
Nichtsdestotrotz ist die Online-Bewerbung weiterhin auf dem Vormarsch. Das Internet hat in den letzten Jahren das Bewerbungsverfahren für ausgeschriebene Stellen revolutioniert. Immer mehr Unternehmen setzen aus Kosten- und Effizienzgründen auf virtuelle Bewerbungsmappen. Damit wollen sich die Firmen unnötigen Papierkram ersparen und sie bekommen so genau die Angaben von den Bewerbern, die sie benötigen. Für die Firmen ist es dabei meist kein Problem, die gesetzlichen Auflagen für den Datenschutz zu erfüllen. Aber für Dich ist das dennoch keine Garantie für absolute Sicherheit.
Wie sicherst Du Dich also ab?
Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn in erster Linie sichern sich bei dieser Art der Bewerbung die Firmen ab, indem sie auf die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung verweisen. In der Regel wirst Du aufgefordert diese zu lesen, bevor Du Deine Bewerbungsunterlagen wegschicken kannst. Dieser Aufforderung solltest Du auch dringend nachkommen. Erscheinen Dir die Formulierungen seltsam, dann verzichte besser auf die Online-Bewerbung und investiere lieber ein paar Euro in eine Bewerbung per Post. Denn sobald Du das Häkchen anklickst, mit dem Du bestätigst, dass Du die Bedingungen gelesen und akzeptiert hast, kann es passieren, dass die Haftung bei eventuellem Mißbrauch nicht mehr bei der Firma, sondern bei Dir liegt. Die Firmen weisen in der Datenschutzerklärung auf eventuelle Risiken hin. Sobald Du also einwilligst, bist Du selbst für Dein Tun verantwortlich.
Ganz sicher wirst Du nie im Internet sein, aber eine gewissen Vorsicht und ein gesundes Maß an Misstrauen sowie Medienkompetenz sind die besten Voraussetzung für gute Orientierung im world wide web.
Allgemeine Tipps für Online-Formulare
Abschließend haben wir Dir hier noch ein paar allgemeine Tipps für den richtigen Umgang mit Daten im Internet zusammengestellt:
- immer genau die Nutzungsbedingungen und die Erklärungen zum Datenschutz lesen
- Anbieter meiden, die in ihren Nutzungsbedingungen oder in ihrer Datenschutzerklärung die Datenweitergabe oder -nutzung festgelegt haben (Opt-Out)
- in den Formularen nur das wichtigen Felder (Pflichtangaben) ausfüllen und nicht mehr preisgeben als unbedingt nötig
- nicht immer und überall die gleiche Email-Adresse mit gleichem Passwort benutzen
- nur dort Daten preisgeben, wo man den Kontakt selbst hergestellt hat, nicht wenn man von anderen unaufgefordert kontaktiert wurde
- Dein Profil auf soziale Netzwerken, das viele persönliche Daten beinhalten, nur Freunden zugänglich machen aber auf keinem Fall jedem: bei den meisten Diensten kannst Du einstellen, wer auf Deiner Seite was sehen kann und darf
- falls Du jemals Deine Bankverbindung im Internet preisgegeben hast, so überprüfe regelmäßig Deine Kontoauszüge: gibt es unbekannte Abbuchungen, so sprich sofort mit Deiner Bank und lass das Geld gegebenenfalls zurückbuchen (dies ist bis zu 6 Wochen nach Abbuchung möglich)
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