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19.05.2010
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Karriere an der Uni - Wenn Absolventen an der Hochschule bleiben

Von Laura Klettke

Gegen Ende des Studiums wird die Frage immer präsenter: Was kommt nach der Uni? In einigen Fällen ist die Antwort darauf schlicht: Die Uni. Denn eine Karriere an der Hochschule ist für Viele nicht uninteressant. Man kann dort forschen und dabei promovieren. Doch wer von einer Professorenstelle träumt, sollte bedenken: Der Weg zur Professur ist lang und die Professur keinesfalls sicher.

Vom Student zum Doktorand

Karriere an der Uni - Wenn Absolventen an der Hochschule bleiben

Lena hat im letzten Jahr ihr Diplomstudium in Soziologie abgeschlossen. Doch es zog die Einser-Absolventin nicht in die freie Wirtschaft – sondern an einen Lehrstuhl ihrer Hochschule. Hier arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und hilft bei Lehre und Forschung. Daneben schreibt sie an ihrer Doktorarbeit, sodass ihr Chef gleichzeitig ihr Doktorvater ist.

Ihre Diplomarbeit hatte Lena endgültig auf den Geschmack der wissenschaftlichen Arbeit gebracht. „Mir hat die Forschung und das empirische Arbeiten Spaß gemacht und ich wollte das gerne noch weiter vertiefen.“ Vom Arbeiten an der Uni konnte sie schon als Studentin einen Eindruck gewinnen. „Ich habe während meines Studiums zwei Jahre als studentische Hilfskraft an einem Lehrstuhl gearbeitet.“ Die Arbeit dort hat sie stets interessiert.

Forschung und Lehre

Wer wissenschaftlicher Mitarbeiter werden will, sollte nach Stellenangeboten der Jobbörse der Universität Ausschau halten. Auch die Nachfrage beim favorisierten Lehrstuhl kann helfen, um aktuelle Gesuche in Erfahrung zu bringen. Neben einem Uni-Abschluss mit guten Noten ist das Interesse an der Forschung entscheidend. Denn ein wissenschaftlicher Mitarbeiter hilft nicht nur dem Professor bei der Forschung, er schreibt in der Regel auch eigene Beiträge, die in Fachmagazinen veröffentlicht werden. Das ist eine gute Vorbereitung für die Doktorarbeit und kann sogar für einen gewissen Grad an Bekanntheit in Fachkreisen sorgen.

Auch im Vorlesungsalltag helfen die Nachwuchswissenschaftler mit. Sie bereiten Veranstaltungen für den Professor vor oder halten sie selbst. Auch das Stellen und Korrigieren von Klausuren ist Aufgabe der wissenschaftlichen Mitarbeiter. In ihren Sprechstunden stehen sie den Studenten für Fachfragen zur Verfügung.

Professur oder Unternehmen

Karriere an der Uni - Wenn Absolventen an der Hochschule bleiben

Die Aufstiegschancen an einer Hochschule sind jedoch äußerst gering. Denn die raren Professorenstellen sind sehr begehrt – und das Berufungsverfahren langwierig und oft wenig zu beeinflussen. Wer es allerdings schafft, ist an der Spitze der wissenschaftlichen Laufbahn angekommen. Als Professor ist man unkündbar und hat große wissenschaftliche Freiheiten, man kann also eigenen Ideen und Forschungsinteressen nachgehen. Doch auf diese Position abzuzielen bleibt ein Risiko. Auch Lena hätte gerne irgendwann eine Professur. Trotzdem plant sie auch ihre Zukunft jenseits der Hochschule. „An der Uni zu Arbeiten ist keine Entscheidung fürs Leben. Man kann danach immer noch in die freie Wirtschaft einsteigen.“ Zudem hofft sie, dass sich ihr Doktortitel beim Gehalt bemerkbar machen wird.

So ist die Karriere an der Uni für Viele nur eine Zwischenstation. Denn wer die begehrte Professur nicht erreicht, der bleibt meist nicht dauerhaft. Je nach Fach bleiben nur zwischen 20 und 40 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Uni und der Forschung treu. Den Rest zieht es dann doch, meist mit Spezialwissen ausgerüstet, auf den freien Markt.

Sicherheit und Fachwissen

Weil eine wissenschaftliche Karriere schwer planbar ist, konzentriert sich Lena auf das Hier und Jetzt. Für sie hat die Arbeit am Lehrstuhl viele Vorzüge: „Ich mag den Kontakt zu den Studenten und es macht mir viel Spaß ihnen in Übungen oder Sprechstunden den Vorlesungsstoff zu vermitteln.“ Sie schätzt zudem das Arbeitsklima an der Uni als entspannter und freundlicher ein als in der freien Wirtschaft. Außerdem ist ihr der Job in den nächsten Jahren sicher.

Dass sie nicht so viel verdient, wie manche ihrer Mitabsolventen, macht Lena nicht so viel aus. Wenn diese in ein paar Jahren in Unternehmen aufgestiegen sind, ist Lena noch immer da wo sie jetzt ist – jedoch mit Doktortitel und jeder Menge Fachwissen. Die Karriere an der Uni scheint kein Weg für Jeden zu sein, doch für wissenschaftlich Interessierte ist sie genau das Richtige.

studilux/lk

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1 Dein Kommentar
#1 Regine Rompa schrieb am 24.03.2010 17:38 email

Artikel wie dieser sind wichtig, um die Situation an den Hochschulen zu schildern, doch wird immer nur betont, wie unplanbar eine Unikarriere angeblich ist. Viele Interessierte lassen sich davon schon im Vorfeld abschrecken, bevor sie sich überhaupt mit den vielen Berufsprofilen an Uni und FH auseinandergesetzt haben. Ich habe gerade ein Buch ("Karriere am Campus. Traumjobs an Uni und FH") zu diesem Thema veröffentlicht und dabei mit vielen Menschen gesprochen, die ihre Unikarriere geplant haben und damit Erfolg hatten. An alle Interessenten: Lasst euch also nicht so leicht unterkriegen, sondern informiert euch!



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