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Abiturientenmessen - lerne Deine Zukunft kennen
von Kay Szantyr
Eine Fülle an Infos über die Zeit nach dem Studium, Kontakte zu Hochschulen, ausführliche Studienberatung – das versprechen die Abiturientenmessen, von denen die meisten in den vergangenen zwei, drei Jahren gegründet wurden. Vor allem die Privat-Unis und Hochschulen aus der Region, aber auch Unternehmen mit dualen Studienangeboten nutzen gerne die Möglichkeit, sich bei den Abiturienten bekannt zu machen. Viele besitzen inzwischen eigene Teams, die mit Stand und Infomaterial von Messe zu Messe reisen. Und was hast Du vom Besuch einer Abiturientenmesse?
Abiturienten unter sich oder offene Messe?
Hier zeigt sich der erste Unterschied zwischen den einzelnen Messekonzepten: Welche Schüler sollen überhaupt angesprochen werden? Meist richtet sich die Einladung ausschließlich an Schüler der beiden höchsten Klassenstufen; manchmal sind auch jüngere Besucher zugelassen. Einige Veranstalter wenden sich gezielt an besonders gute Schüler. Das zeigt sich dann nicht nur in einer restriktiven Bewerbungs-Zulassungs-Praxis, sondern auch an der Liste der Aussteller. Bei diesen Messen, wie beispielsweise Startschuss Abi von e-fellows.net, sind viele anspruchsvolle private Hochschulen und Arbeitgeber mit dualen Studienangeboten vertreten.
Insbesondere von der Stadt oder der Region veranstaltete Info-Messen sind oft keine reinen Abiturientenmessen. Hier stehen neben den Uni-Vertreter auch Vertreter von Ausbildungsbetrieben, und Gymnasiasten mischen sich mit den Schülern anderer Schulen und Studenten. Beispiele dafür sind die "Jobs for Future Villingen-Schwenningen" oder die Berufsinformationsmesse (BIM) Offenburg, auf der es auch um Erwachsenenbildung und -weiterbildung geht.
Viele Schüler fühlen sich auf einer Messe, die sich ausschließlich an Fast-Abiturienten richtet, wohler – dort traut man sich eher, auch vermeintlich naive Fragen zu stellen. Wer zu einer Messe geht, die auch Studierende anspricht, könnte aber Glück haben: Vielleicht ergibt sich am Stand ein Gespräch mit jemandem, der vor wenigen Jahren vor derselben Entscheidung stand und nun gute Tipps geben kann.
Frontalunterricht oder wirkliche Workshops?
Neben den Ständen, an denen die Schüler den ganzen Tag über Informationen über die Hochschulen und Unternehmen einholen können, gibt es meist ein Vortragsprogramm. Das soll helfen, sich im Dschungel aus vielen Tausend Studiengängen und zahllosen Berufsoptionen zurechtzufinden. Hier schwankt die Qualität jedoch stark. Teilweise erschöpft sich das Rahmenprogramm in Unternehmens- und Hochschulpräsentationen, die nicht mehr Informationen bereithalten, als die, die man auf der jeweiligen Website auch gefunden hätte.
Wirklich hilfreich sind dagegen Workshops und Beratungsrunden. Beispiel Studiengänge: Selbst wenn ein Schüler bereits weiß, dass er sich für Technik und ebenso für Wirtschaft begeistert und beides in einem Studium verbinden will, hat er immer noch mehrere Möglichkeiten. Erst im persönlichen Gespräch mit jemandem, der sich auskennt, kann er herausfinden, ob Wirtschaftsingenieurwesen oder Technologiemanagement besser passt. Kostenpflichtige Einzelcoachings werden beispielsweise bei den "Einstieg Abi"-Messen angeboten. Und dann gilt es, sich an den Hochschulständen näher zu informieren - schließlich sind die Inhalte eines Studiengangs nicht genormt; dasselbe Fach kann mit mehr oder weniger Mathematik, mehr oder weniger Praxiseinheiten gelehrt werden.
Präzise Ausstellerplanung oder Überraschungspaket?
Genau hier liegt der große Nutzen der Abiturientenmessen. Wer sich bereits einen Überblick verschafft hat, kann persönlich genauere Informationen einholen, welche Uni und welches Fach wirklich zu ihm passen. Das geht aber nur, wenn bereits im Vorfeld Recherche betrieben wurde und sich die Schüler das Vorbereitungsmaterial genauer ansehen, das vor der Messe an die Schule geschickt wird.
Oft steht bei der Anmeldung der Schüler – wenn notwendig – noch nicht fest, welche Aussteller kommen werden, da diese teilweise relativ kurzfristig zusagen. Eine Orientierung können aber meist die Ausstellerlisten der vergangenen Jahre bieten, denn viele Unternehmen und Hochschulen werden zu Stammkunden, und die größeren unter ihnen sind ohnehin auf fast jeder professionell aufgezogenen Messe präsent. Daneben stellen die meisten Abi-Messe-Veranstalter ein vorläufiges Ausstellerverzeichnis auf ihre Homepage. So lässt sich beurteilen, ob interessante Hochschulen und spannende Unternehmen teilnehmen.
Schnuppermesse oder Bewerbungs-Event?
Wenn eine Messe für einen Schüler mehr sein soll als ein paar Stunden nette Abwechslung, ist Vorbereitung also das A und O. Einige Teilnehmer tun das von sich aus - andere lassen alles auf sich zukommen. Dieser unterschiedliche Wissensstand stellt oft auch Problem für die Messeveranstalter und Vortragenden dar. Sollen sich die Präsentationen an junge Menschen richten, die noch gar nicht wissen, was so ein Studium eigentlich ist - oder an solche, die lediglich noch zwischen zwei Vertiefungsrichtungen schwanken? Hier die goldene Mitte zu finden, sodass Schüler jedes Kenntnisstands neue Informationen mit nach Hause nehmen, ist nicht einfach. Die Schüler selbst aber können ein wenig nachhelfen: Wenn sie sich im Vorfeld genau überlegen, was sie eigentlich wissen möchten. Dann bieten sich nämlich während der Vorträge, aber auch anschließend an den Ständen viele Gelegenheiten, Fragen zu stellen.
Ob man sich für eine Messe entscheidet, die eine verbindliche Anmeldung verlangt, oder für eine frei zugängliche Veranstaltung, ist wohl Geschmackssache. Bei Messen mit Anmeldung wird meist auf eine übersichtliche Teilnehmerzahl geachtet, damit die Warteschlangen vor den Messeständen nicht zu lang werden. Manchmal kann man auch Informationsgespräche mit den unterschiedlichen Unis und Unternehmen im Vorfeld vereinbaren. Dann spart man sich Wartezeit am Stand.
Die Messen, bei denen man spontan vorbeischauen kann, sind für den Besucher natürlich unkomplizierter. Zum einen muss man nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erscheinen, zum anderen kann man sich kurzfristig überlegen, ob einem noch Informationen fehlen, die dort verfügbar sind. Denn Infos gibt es auf Abiturientenmessen in rauen Mengen – und genau deshalb lohnt sich der Besuch für alle, die noch nicht wissen, welches Studium wo am besten zu ihnen passt.
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