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02.07.2010
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Studium oder Ausbildung?

Von Kay Szantyr

In praktisch keinen Job kannst Du nach der Schule direkt einsteigen. Üblicherweise folgt auf die allgemeine Schulausbildung eine spezifischere Ausbildung, die auf die jeweilige Aufgabe vorbereitet. Dabei stehen Dir im Allgemeinen zwei Möglichkeiten offen: Entweder Du absolvierst ein Studium und gehst damit den "typischen" Weg eines Abiturienten, oder Du beginnst eine Ausbildung. Denn auch dafür gibt es gute Gründe.

Ausbildung - bezahltes Lernen

In einer Ausbildung fühlen sich die Abiturienten wohl, die schon in der Schule keinen Spaß am theoretischen Lernen fanden. Das umgehst Du mit einer Lehre zwar auch nicht - schließlich musst Du entweder blockweise oder zwei Tage pro Woche in die Berufsschule. Der Anteil praktischer Arbeit und des "Learning by doing" ist aber doch wesentlich höher als bei einem Studium.

Geld ist nicht alles, aber einer der großen Vorteile einer Ausbildung gegenüber einem Studium ist sicher: Für die Ausbildung wirst Du bezahlt, während Du für das Studium oft selbst zahlen musst. Zudem dauert eine Ausbildung in der Regel weniger lang, sodass früher "richtig" Geld verdient werden kann. Oft beim Lehrherrn - wer sich während der Ausbildung gut anstellt, bekommt unter Umständen mit dem Ausbildungszeugnis gleich einen Arbeitsvertrag.

Gegen eine Ausbildung könnte - je nach Deinen Ambitionen - sprechen, dass Du vermutlich keine so steile Karriere bis in die oberste Führungsetage hinlegen wirst wie ein Akademiker. Auszubildende werden vor allem auf die praktischen Tätigkeiten vorbereitet, nicht auf das strategische Management. Je kleiner das Unternehmen, desto eher kann man diese "Regel" aber mittels Engagement und Leistung durchbrechen. Und viele ehemalige Auszubildende entdecken nach einigen Jahren im Job, dass sie doch noch mehr wissen wollen. Dann geht es per Fern-, Abend- oder auch Vollstudium zu Uni-Abschluss und damit zur Doppelqualifikation.

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Studium - akademische Weihen

Wer also bis an die Spitze will, wird sich eher für ein Studium entscheiden - und die Jahre über den Büchern, die damit zusammenhängen. Das passt gut zu Abiturienten, die Freude daran haben, sich richtig in ein Thema zu vertiefen. Du lernst nicht nur Arbeitsprozesse kennen, sondern auch deren Grundlagen und wie man sie organisieren und optimieren kann.

Viele Berufe sind ausschließlich Akademikern vorbehalten - wenn Du also beispielsweise Arzt oder Anwalt, Wissenschaftler oder Lehrer werden willst, hast Du keine Alternative zum Studium an einer Hochschule. Für andere Berufe sind Akademiker und Absolventen einer Ausbildung zwar gleich qualifiziert; wenn sich aber beide auf dieselbe Stelle bewerben, entscheidet sich der Personaler häufig zugunsten des Hochschul-Absolventen. Zwar nicht immer, denn Azubis können mit mehr praktischen Fähigkeiten punkten. Grundsätzlich aber gilt: Akademiker sind seltener arbeitslos als andere Ausbildungsgruppen.

Um das Problem "Studienfinanzierung" zu umgehen, gibt es allerdings eine Alternative zum reinen Hochschulstudium: das duale Studium. Dabei verbindest Du Elemente der Ausbildung mit denen eines Studiums und verdienst für Deine Arbeit auch noch Geld.

Entscheidung: Studium

Fällt Deine Wahl nun auf das Studieren, ist die Orientierungsphase längst noch nicht abgeschlossen - Studienfächer gibt es schließlich viele. Entscheide nach Deinen Interessen und Fähigkeiten, nicht nach Karrierechancen. Die Zeit an der Hochschule wird mindestens drei bis vier Jahre dauern. Das ist eine lange Zeit, wenn das Studium keinen Spaß macht.

Die Hochschulen informieren auf ihren Websites meist ausführlich über die Studiengänge, ihren Aufbau und Inhalt. An "Tagen der offenen Tür" kannst Du Dir die Uni genauer ansehen und Studienberater zu den einzelnen Fächern befragen. Auch die Termine hierzu findest Du auf der Homepage der Hochschule.

Einige Orientierungshilfen findest Du im Internet:

  • Unicheck.de: Hier bewerten Studenten ihre Uni.
  • MeinProf.de: Diese Studentenbewertungen gelten den Professoren - aber kritisch bleiben, sie sind teilweise sehr subjektiv.
  • CHE-Ranking: Das bekannteste Ranking wird regelmäßig vom Centrum für Hochschulentwicklung und der Wochenzeitung Die ZEIT durchgeführt. Es bietet keine "Bestenliste", sondern bewertet die einzelnen Studiengänge anhand verschiedener Kriterien separat und ermöglicht so, eigene Schwerpunkte bei der Auswahl zu legen.
  • Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz: Hier findest Du die Hochschulen in Deutschland und einen Überblick über die jeweils angebotenen Studiengänge.
  • Eine große Hilfe bei der Orientierung sind auch Abiturientenmessen. Sie werden in vielen Städten und zwischenzeitlich auch online veranstaltet. An den Ständen kannst Du mit Vertretern von Hochschulen und Unternehmen sprechen und Dich bei Vorträgen über Deine Möglichkeiten schlau machen.

Hast Du einen bestimmten Studiengang im Auge, solltest Du aufmerksam vergleichen. Nicht alle Studiengänge, die denselben Namen tragen, bieten dieselben Inhalte. Informiere Dich bei den in Frage kommenden Hochschulen, welche Schwerpunkte gesetzt werden.

Vereinzelt wirst Du neben den inzwischen vorherrschenden Bachelor- und für Dich (noch) nicht relevanten Master-Programmen auch noch Magister- oder Diplomstudiengänge finden. Sie dauern üblicherweise länger; Personaler akzeptieren sie aber derzeit noch eher als den Bachelor, da sie bekannter sind. Allerdings kann es bereits zu starken Einschränkungen im Lehrangebot kommen, weil die Umstellung auf Bachelor und Master in vollem Gange ist. Bei einigen Studiengängen, wie Jura und Medizin, stellt sich die Frage nach dem Abschluss noch nicht: Hier wird weiterhin auf die Staatsexamina hin studiert.

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