Bundeswehr - Zivildienst
Grundwehrdienst muss von allen männlichen deutschen Staatsbürgern - sofern sie nicht ausgemustert wurden - geleistet werden. Seit 2002 beträgt die Dauer des Grundwehrdienstes neun Monate.
Studium bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr unterhält zwei Universitäten: die Universität der Bundeswehr München (UniBwM) in Neubiberg südöstlich von München und die Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Wer hier studieren möchte, der muss sich für mindestens zwölf Jahre (Medizinstudium: 17 Jahre) zum Militärdienst verpflichten. In dieser Zeit ist ein zivil anerkanntes Studium möglich. Dafür stehen rund 20 Studiengängen zur Auswahl. Während des Studiums erhält man weiterhin Bezüge, sodass die Studierenden nicht auf Nebenjobs oder BAföG angewiesen sind.
Nicht jeder ist für ein Studium bei der Bundeswehr geeignet. Deshalb gibt es Auswahltage, an denen die körperliche und geistige Fitness der künftigen Studenten und Offizieranwärter überprüft werden.
Das Studium beginnt nicht direkt nach der Einstellung. Je nachdem, ob Du beim Heer, bei der Luftwaffe oder der Marine bist, findet Deine erste Vorlesung nach 15 bis 39 Monaten statt. Das Studium selbst ist, anders als an herkömmlichen Hochschulen, in Trimestern organisiert; in der vorlesungsfreien Zeit wird Militärdienst geleistet. Urlaubsanspruch besteht im Rahmen des Bundesurlaubsgesetzes.
Die Verweigerung
Den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr kannst Du auch verweigern, wenn Glaubens- oder Gewissensgründe gegen den Dienst an der Waffe sprechen. Die musst Du schriftlich im so genannten KDV-Antrag (Kriegsdienstverweigerungsantrag) belegen; dann leistest Du statt des Wehrdienstes einen Zivildienst ab. Zivildienstleistende (kurz: Zivis) arbeiten für neun Monate Vollzeit in einer sozialen Einrichtung (Krankenhaus, Alten-/ Pflegedienst, Jugendzentrum etc.). Sie erhalten in dieser Zeit die gleiche Besoldung wie ein Wehrdienstleistender.
- Alles Übrige erfährst Du hier
Katastrophenschutz statt Wehr- oder Zivildienst
Es gibt noch eine Alternative zum Wehr- und Zivildienst: Wer sich für sechs Jahre beim Katastrophenschutz, Technischen Hilfswerk, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder bei Hilfsorganisationen verpflichtet, wird nicht zum Wehrdienst herangezogen (§ 13a WPflG). Dazu sollte bereits vor der Einberufung ein Antrag auf Aufnahme bei der jeweiligen Organisation gestellt und bei der Aufnahme rechtzeitig ein Freistellungsantrag gestellt werden. Eine frühzeitige Anmeldung empfiehlt sich auch deshalb, weil die meisten Organisationen nur eine bestimmte Anzahl an Helfern jedes Jahr aufnehmen.
Du verpflichtest Dich, für diese sechs Jahre eine bestimmte Mindestanzahl von Stunden (zwischen 120 und 200) pro Jahr für Projekte und Einsätze zur Verfügung zu stehen und an Ausbildungskursen teilzunehmen. Wohlgemerkt: mindestens. Freistellungen von Einsätzen erfolgen nur im Ausnahmefall; es ist also durchaus möglich, dass Du Vorlesungen versäumst oder später Probleme mit Deinem Arbeitgeber bekommst, weil Du beim Katastrophenschutz helfen musst. Und wenn Du dort nicht erscheinst, kannst Du "entlassen" werden - und müsstest den Zivildienst nachholen.
- Weitere Infos findest Du auf den Seiten von THW, Malteser Hilfswerk, Freiwilliger Feuerwehr, oder hier im Überblick
Freiwilligendienst statt Wehr- oder Zivildienst
Eine weitere Alternative zum Wehr- und Zivildienst ist der Freiwilligendienst (freiwilliges soziales/ ökologisches Jahr). Er kann nach einer Wehrdienstverweigerung im In- oder Ausland abgeleistet werden, dauert im Unterschied zum Zivildienst aber mindestens zwölf Monate. Der Freiwilligendienst ist schon früh möglich; wer mit 16,5 Jahren "vorab verweigert", darf bereits mit 17 ins freiwillige Jahr starten. Wichtig: Die Verweigerung muss immer vor der Unterzeichnung eines Vertrags über den Freiwilligendienst erfolgen.
Der Vorteil des Freiwilligendienstes ist, dass die Einsatzmöglichkeiten breiter gestreut sind als beim Zivildienst. So kannst Du beispielsweise ein FSJ in Deinem Sportverein zum Beispiel im Behindertensport ableisten, in einer kulturellen Einrichtung, bei der Denkmalpflege oder in einer Schule. Das freiwillige ökologische Jahr bietet die Chance, bei der Landschaftspflege, in Forstbehörden oder im Vogelschutz mitzuarbeiten - und das in Deutschland ebenso wie im Rest der Welt. Im Gegenzug für ihren Einsatz sind die freiwilligen Helfer kranken-, pflege- und rentenversichert, erhalten aber meist nur ein Taschengeld.
- Weitere Informationen findest Du hier.
Immerhin: Egal, ob Grundwehr-, Zivil- oder Freiwilligendienst - die Zeit, die Du so verbringst, wird Dir als Wartesemester angerechnet. Das bedeutet, dass Du danach eventuell Chancen auf einen Studienplatz hast, den Du vorher nicht bekommen hättest.
studilux/bf
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