Praktikum - Volontariat
Wer sich nach dem Abitur noch nicht ganz sicher ist, in welche Richtung es auf dem weiteren Bildungsweg gehen soll, der kann durch Praktika feststellen, welche Tätigkeiten ihm Spaß machen und welche nicht. Auf diese Weise entdeckt man oft ganz neue Stärken und Schwächen an sich.
Wie findet man sein Praktikum?
Im Internet gibt es eine große Auswahl an Praktikumsbörsen, und auch auf der Seite der Agentur für Arbeit kann nach Praktika gesucht werden. Bei vielen Firmen werden Praktikumsplätze zudem direkt auf der Homepage ausgeschrieben.
Allerdings ist nur ein geringer Teil dieser Angebote an Abiturienten gerichtet. Viele Unternehmen suchen nach Studenten höherer Semester, weil diese bereits genügend Fachkenntnisse mitbringen, um substanziell arbeiten zu können. Für manche Praktika - beispielsweise bei sehr großen, internationalen Unternehmensberatungen - muss man sogar nachweisen, dass man zuvor schon ein Praktikum absolviert hat.
Hat man eine geeignete Stelle gefunden, wird es Zeit für die Bewerbung. Die erfolgt ganz klassisch, inklusive Lebenslauf und Zeugnissen.
Was ist ein Praktikum?
In der Regel dauert ein Praktikum drei oder sechs Monate. In dieser Zeit ist es möglich, sich einen guten Einblick in die entsprechenden Tätigkeiten zu verschaffen. Bei Praktika von wenigen Wochen Länge dagegen kann man zwar kurz hineinschnuppern, aber die Zeit reicht nicht, um auch mitarbeiten zu können. Und es gibt so genannte Jahrespraktika, vor allem in den Branchen Medien, Gesundheits- und Sozialwesen - oder im Bereich Tierpflege.
In vielen Branchen (Medien, öffentlicher Dienst, sozialer Bereich) wird ein Praktikant nur schlecht oder gar nicht bezahlt. In Wirtschaftsunternehmen sieht es mit den Verdienstmöglichkeiten besser aus. Allerdings bedeutet ein guter Lohn auch das Risiko, dass Du Steuern zahlen musst oder das Kindergeld gestrichen wird. Solange Du mit Deinem Praktikum unter 400 Euro (sog. Minijob) verdienst, ist das alles aber kein Problem.
Normalerweise arbeiten Praktikanten Vollzeit und haben einen Urlaubsanspruch von zwei Tagen pro Anstellungsmonat.
In gewissen Branchen, zum Beispiel im Journalismus oder in der Pädagogik, wird ein Praktikum auch Hospitanz genannt. Aufgaben und Status eines Hospitanten sind aber vergleichbar mit denen eines Praktikanten.
Das Volontariat
Ein Volontariat kann man, im Gegensatz zum Praktikum, in der Regel nicht gleich nach der Schule beginnen. Meistens werden als Volontäre nur Bewerber eingesetzt, die bereits längere berufsspezifische Praktika absolviert oder sogar ein Studium abgeschlossen haben.
Volontariate (kurz: Volos) gelten als Ausbildungen in
- Zeitungs- und Zeitschriften- oder Onlineredaktionen (Journalismus)
- Buchverlagen
- PR-Agenturen
- Marketing-Agenturen.
Anders als die Ausbildungen der Industrie- und Handelskammer sind Volontariate nicht staatlich geregelt und auch der Abschluss ist nicht staatlich anerkannt. Die Bezahlung von Volontären ist in den verschiedenen Firmen höchst unterschiedlich, der Urlaubsanspruch ist allerdings gesetzlich geregelt. Zudem werden bei einem Volontariat nicht mehrere Abteilungen durchlaufen, sondern der Volontär absolviert seine 12- bis 24-monatige Ausbildung komplett in einem ganz bestimmten Bereich (Redaktion, Lektorat, Marketing-Abteilung, PR-Abteilung).
Ein Volontariat ist häufig die Voraussetzung für eine feste Stelle als Redakteur, Journalist oder Lektor.
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