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    24.08.2009
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    Studieren in Flecktarn: Karriere bei der Bundeswehr

    Von Laura Klettke

    Die deutsche Bundeswehr hat es nicht leicht. Oft scheint sie gänzlich aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Einzig in Diskussionen über die Abschaffung der Wehrpflicht oder umstrittene Auslandeinsätze ist sie präsent - wobei ihr hier eine eher negative Rolle zugesprochen wird. Für viele junge Männer ist sie für die Karriereplanung lediglich als zu überbrückendes Übel relevant - sofern sie nicht verweigern oder ausgemustert werden. Doch die Bundeswehr kann auch eine andere Rolle im Lebenslauf von jungen Männern und Frauen spielen.

    Viele Möglichkeiten - Eine Möglichkeit für Viele

    Bundeswehr und Frauen

    Die Bundeswehr, als einer der größten Arbeitgeber, hat 370.000 Angehörige und jährlich über 20.000 Einstellungsmöglichkeiten. So werden Möglichkeiten für alle Schulab-schlüsse angeboten. Ein Hauptschulabsolvent kann beispielsweise eine Laufbahn als Unteroffizier einschlagen. Wer einen Realschulabschluss vorzuweisen hat, kann sich zum Feldwebel ausbilden lassen. Wenn man das Abitur in der Tasche hat, kann man sich für die Laufbahn des Offiziers bewerben. Ebenso kann man sich mit abgeschlossenem Studium beim Bund bewerben.

    Dem Wehrdienstberater für den Raum München, Marc Viering ist es zudem wichtig, zu betonen, dass die Bundeswehr keineswegs nur eine Option für Männer ist. "Die Vorurteile bezüglich Frauen beim Bund treffen nicht zu. Meiner Erfahrung nach sind die jungen Damen den geistigen und auch körperlichen Anstrengungen gewachsen. Und falls ihnen die sportlichen Bestandteile schwerer fallen, kompensieren die Mädels das mit viel Biss und Ehrgeiz."

    Student oder Soldat - Oder beides?

    Ulrich hat seit Kurzem das Abitur in der Tasche und konnte einen Platz als Offiziersanwärter ergattern. Zusätzlich studiert der 19-jährige Elektrotechnik - und wird dabei von seinem neuen Arbeitgeber finanziell erheblich unterstützt. Diese duale Ausbildung wird jedem zukünftigen Offizier geboten. Der universitäre Anteil muss jedoch im Regelfall in Hamburg oder München stattfinden, da sich hier die Universitäten der Bundeswehr befinden.

    "Grundsätzlich muss man aber auch die Bereitschaft mitbringen, eine Waffe in die Hand zu nehmen", stellt Oberleutnant zur See Marc Viering klar. Reine Schreibtischjobs gibt es beim Bund nicht. "Man sollte schließlich theoretisch jederzeit in der Lage sein zu laufen, zu kämpfen und zu schießen". Unabdinglich ist weiterhin die Bereitschaft sich bundesweit einsetzen zu lassen. "Auch wenn wir versuchen, unsere Mitarbeiter heimatnah einzusetzen, ist dies nicht immer möglich. Ohne Flexibilität geht es nicht".

    Auch Ulrich musste für sein Studium seinen Heimatort verlassen - eine Entscheidung die ihm jedoch nicht besonders schwer gefallen ist. "Da mein Vater Offizier bei der Bundeswehr ist, spielte ich bereits sehr früh mit dem Gedanken, dort Karriere zu machen." Sein Interesse an Wehrtechnik und "die Aussicht auf einen fordernden, spannenden und abwechslungsreichen Beruf" waren letztlich ausschlaggebend.

    Neben technischen werden aber auch solche Studiengänge angeboten, die man vielleicht zunächst nicht mit der Bundeswehr verbinden würde. So kann ein Offiziersanwärter beispielsweise Pädagogik oder Geschichtswissenschaften studieren. Ein Sanitätsoffizier in Ausbildung kann ein Medizin- oder Pharmaziestudium absolvieren, und bildet eine Ausnahme - da diese Fächer an einer ‚zivilen' Uni studiert werden.

    Doch auch wenn mehrere zum Teil beliebte Studiengänge angeboten werden, wird nicht jeder sein Wunschfach beim Bund studieren können. Die Anzahl der Studiengänge ist im Vergleich zu einer gewöhnlichen Universität relativ begrenzt.

    Man kommt herum - Im Inland und im Ausland

    Oberleutnant zur See Viering kennt die Gründe junger Leute, die für eine Karriere beim Bund sprechen. "Die Bundeswehr bietet eine gute Ausbildung und ein gutes Studium. Es ist kein Beruf wie jeder andere und ein gewisses Maß an ‚Abenteuerlust' reizt Viele."

    "Außerdem ist es einer der wenigen Berufe, in dem man die Möglichkeit hat, während des Dienstes Sport zu treiben", ergänzt Ulrich die für ihn relevanten Vorteile. Auch die Chance, etwas von der Welt zu sehen, ist für ihn ein Pro-Argument.

    Genau diese Möglichkeit etwas von der Welt zu sehen, kann  auf manchen einen abschreckend wirken. So wird die Bereitschaft zum Auslandseinsatz von jedem Soldaten gefordert. "Der Gedanke an einen Einsatz im Krisengebiet ist sicherlich auch mit Angst verbunden, aber man muss mit dieser Angst umgehen können", meint Ulrich.

    Auch die benötigte Flexibilität kann Opfer fordern; so ist ein gelegentliches Umziehen nicht auszuschließen. Viering stellt klar: "Offiziere haben leider oft Wochenendbeziehungen und brauchen daher einen Partner, der das mitmacht." Obwohl seiner  Meinung nach die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dadurch erschwert wird, ist sie dennoch möglich.

    Verpflichtung auf Zeit - Sicherheit und Wagnis

    Soldaten

    Ein Offizier wie Ulrich einer werden wird, verpflichtet sich in der Regel für13 Jahre. Dies verspricht zunächst einmal einen gesicherten Arbeitsplatz für diese Zeit. Diese Konstanz ist heute eher die Ausnahme und für Ulrich ein großer Vorteil. Wer es sich jedoch trotz Verpflichtung anders überlegt und austreten möchte, muss dem Bund die entstandenen Kosten seiner Ausbildung zurückerstatten.

    "Nach Ablauf der Verpflichtung kann man als Berufsoldat übernommen werden", erklärt Oberleutnant Viering. Hierfür muss man sich allerdings erneut bewerben und wird dann aufgrund seiner Leistungen während der Verpflichtungszeit beurteilt. "Wer das nicht schafft, hat durch die fundierte Ausbildung und vor allem durch die erlernte Teamfähigkeit gute Chancen in der freien Wirtschaft". Falls man übernommen wird, kann man in der Regel mit 58 bereits in Pension gehen, so Viering.

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    3 Kommentare
    #3 florian schrieb am 11.10.2009 14:28 email

    ...das ist nicht so. Häufig genug - u.a. in Afghanistan, im Irak, im Kosovo - wurde in der Geschichte jeweils nur eine neue Diktatur aufgebaut, die keine freie Meinungsäußerung gewährleistete. Erstes Anzeichen hierfür sind nun auch die aktuellen Wahlen in Afghanistan, für die die UNO über massive Wahlfälschungen - insbesondere durch das Lager des aktuellen Präsidenten - berichtet. Wer was für demokratische Entwicklung tun will, sollte was für zivile, friedliche Verständigung tun. Hier sind viele helfende Hände nötig - denn leider fließt hier nicht so viel Geld wie in die neuen Waffensysteme der Bundeswehr.

    Wenn man bedenkt, dass viele Soldaten mit psychischen Problemen aus ihren "Einsätzen" zurückkehren, sollte man sich auch fragen, ob das der Demokratie hier im Lande und ob es diesen Menschen gut tut - auch ihr Leben, das der Soldaten, wird zerstört.

    #2 Maxel schrieb am 08.10.2009 07:07 email

    Der Kommentar von florian ist natürlich kompletter Blödsinn. Karriere bei der Bundeswehr (und dazu gehört nicht nur die Truppe) kann man ruhigen Gewissens machen. Wir sind da damit Leute wie Fr. Lampert ihre Meinung frei äußern können.

    Mehr Informationen:

    www.karriere-bundeswehr.de

    www.bwb.org

    #1 florian schrieb am 28.09.2009 10:35 email

    Eine Karriere bei der Bundeswehr bedeutet nicht Spaß und Action sondern Krieg und Töten. Während die Bundesregierung harmlose Killerspiele verbieten will, werden in ihrem Auftrag Kinder und Jugendliche fürs Töten begeistert. kritisiert Nicole Lampert, die Sprecherin des neu gegründeten Karlsruher Bündnisses Bundeswehr-kehrt-Marsch...

    Mehr Informationen:

    www.kehrt-marsch.de

    www.bundeswehr-abschaffen.de



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