Studentenkredit: Zusammenfassung zu den Bankkrediten
Ein Studienkredit, auch Studentenkredit genannt, ist genau das, was man sich unter dem Begriff vorstellt: Ein Student bekommt Geld von der Bank und muss es ihr in Raten zurückzahlen. Doch anders als bei einem herkömmlichen Kredit erhält man bei einem Studentenkredit nicht den vollen Betrag auf einmal. Stattdessen wird, wie beim BAföG, jeden Monat ein Teil des Kredits überwiesen. Mit dem staatlichen Darlehen ist übrigens jeder Studienkredit kombinierbar.
Anders als beim BAföG spielt das Vermögen der Eltern beim Studentenkredit aber keine Rolle; die Höhe der Auszahlung richtet sich allein nach dem Bedarf des Studierenden und liegt meist zwischen 300 und 480 Euro im Monat. Die meisten Kredite können für die Studiengebühren, aber ebenso für den Lebensunterhalt verwendet werden.
Nach dem Studium und einer Karenzzeit (rückzahlungsfreie Zeit) muss der Studentenkredit in monatlichen Raten und mit Zinsen zurückgezahlt werden.
Studentenkredit - was ist das überhaupt?
Seit 2005 gibt es Studiengebühren in Deutschland, und seither entwickelten private Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und die staatliche KfW-Bankengruppe entsprechende Finanzierungskonzepte: die Studentenkredite. Verschiedene Studentenkredit-Angebote zur Finanzierung des Studiums wurden eingeführt, da schnell klar wurde, dass BAföG oder Stipendien für Studium und Lebensunterhalt nicht mehr ausreichen würden.
Mittlerweile überfluten zahllose Angebote den Markt. Schon an den vielen unterschiedlichen Namen der Produkte wird das deutlich: Studienkredit, Studiendarlehen, Studentenkredit, Studienabschlussdarlehen, Bildungsfonds, Bildungskredit, Wissenskredit, Campus Kredit etc. Dahinter verbirgt sich aber in allen Fällen nichts anderes als ein spezieller Kredit zur Deckung der Bedürfnisse eines Studenten.
Der Hauptunterschied zwischen den einzelnen Studentenkrediten liegt neben den Aus- und Rückzahlungskonditionen vor allem in der Art des Zinssatzes. Jeder Studentenkredit von Banken wird verzinst. Der Kfw-Studienkredit richtet sich bei der Festlegung nach dem Zinssatz des EURIBOR; bei Studienfonds handelt es sich um einkommensabhängige Darlehen (hierzu mehr bei Studienfonds), und lediglich staatliche Kredite wie das BAföG oder die Studienabschlussdarlehen der studentischen Darlehenskassen sind zinslos.
Nach Angaben der CHE-Studie erhielten seit April 2006 rund 37.000 Studierende einen Studienkredit bei der KfW. Die folgende Liste bundesweiter Anbieter von Studentenkrediten soll einen Überblick schaffen:
| Anbieter / Produkt | Abgeschlossene Verträge | Durchsch. Volumen pro Student pro Monat |
|---|---|---|
| Bundesverwaltungsamt Bildungskredit |
ca. 100.000 seit April 2001 |
300 € |
| KfW Bank KfW-Studienkredit |
ca. 37.000 seit April 2006 |
480 € |
| Deutsche Bank db studentenkredit |
ca. 37.000 seit April 2006 |
480 € |
| Deutsche Kreditbank (DKB) Studenten-Bildungsfonds |
Keine Angaben veröffentlicht | 350 € |
| Dresdner Bank Dresdner FlexiStudienkredit |
Keine Angaben veröffentlicht | 400 € |
| Deutsche Bildung Studienfonds |
ca. 100 seit Oktober 2005 |
392 € |
© CHE Studienkredit Test (Stand: Juni 2008)
Zweck der Studentenkredite
Studentenkredite dienen vor allem der Finanzierung des Erststudiums, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern. Neben den Studiengebühren der Universitäten bzw. Fachhochschulen decken diese Kredite auch die monatlichen Lebenshaltungskosten, einen Auslandsaufenthalt - sogar ein ganzes Auslandsstudium - und manchmal sogar per Zusatzfinanzierung die Ausgaben für Praktika, Bücher und/oder Laptops. Die Möglichkeit, solche Sonderausgaben auf Antrag zu erstatten, bieten aber nicht alle Studienfinanzierer. Die meisten Kredite sind aber so flexibel, dass individuelle Anpassungen beinahe jederzeit möglich sind.
Was für Studentenkredite gibt es?
Es gibt verschiedene Formen der Studentenkredite. Zu unterscheiden sind folgende Produkte:
- Proprietäre Studentenkredite privater Bankinstitute
- VR-Bildungsfinanzierung der Volks- und Raiffeisenbanken
- Sparkassen-Bildungskredite der Sparkassen
- Bildungskredit des Bundesverwaltungsamts
- KfW-Studienkredit der Kreditanstalt für den Wiederaufbau
- Studienbeitragsdarlehen der Länder, die von den entsprechenden Länderförderinstitute oder Staatsbanken getragen werden
- Studienabschlussdarlehen der studentischen Darlehenskassen, die eingetragene Vereine darstellen.
Konditionen der Studentenkredite
Die Konditionen der einzelnen Anbieter variieren enorm: hinsichtlich der Höhe der monatlichen Auszahlungsbeträge, die zwischen 50 und 1.000 Euro liegen können, hinsichtlich des Zinssatzes - hier ist die Unterscheidung zwischen nominal und effektiv sehr wichtig -, oder hinsichtlich in der Gesamtsumme, die sich ein Student ausleihen kann. Würde man den KfW-Studienkredit von Anfang an im vollem Umfang beantragen, entspräche dies einem Gesamtbetrag von bis zu 54.600 Euro. Im Vergleich dazu sieht das Angebot der Deutschen Bank (db studentenkredit) einen Maximalbetrag von 30.000 Euro vor.
Folgende Kriterien sind bei den Konditionen zu beachten:
Zinssatz
- Art des Zinssatzes (fix oder variabel)
- effektiver und nominaler Zinssatz in der Rückzahlungsphase
- Zinsobergrenze
Auszahlung
- Höhe der monatlichen Auszahlungsbeträge
- gesamte Auszahlungssumme
- Finanzierungsdauer
Karenzzeit
Rückzahlung
- Rückzahlungshöhe
- Zeitraum der Rückzahlung
Zusatzkosten
Sondertilgungsrecht
Sicherheiten
Flexibilität
- Möglichkeit der individuellen Anpassung der monatlichen Zahlungen
Zinssatz
Ausschlaggebend ist der effektive Zinssatz, denn in ihm sind alle zusätzlichen Kosten enthalten. Ein variabler Zinssatz ändert sich über die Laufzeit des Studentenkredits. Dabei orientiert sich die Zinsänderung halbjährlich an der Entwicklung des EURIBOR, meist wird aber auch eine Zinsobergrenze für die gesamte Laufzeit angegeben. Obwohl der Zinssatz in Prozent ausgewiesen wird, berechnet er sich nicht wie ein einfacher Prozentsatz, denn die Zinsen werden ebenfalls verzinst.
Die Zinsen fallen pro Jahr an - daher die Abkürzung p.a. (per annum) nach der Prozentangabe. Je länger die Kreditlaufzeit ist, desto mehr Zinsen fallen an. Auch während der Rückzahlungsphase verzinst sich der noch offene Studentenkreditbetrag weiter, da die Schulden ja nicht auf einen Schlag, sondern in monatlichen Raten getilgt werden.
Der Zinssatz an sich ist noch wenig aussagefähig; er gilt immer in Verbindung mit bestimmten Rückzahlungsmodalitäten wie Tilgungshöhe, Rückzahlungsdauer, Karenzzeit.
Zusatzkosten
Bei der Beantragung eines Studentenkredits sind außerdem mögliche Zusatzkosten zu beachten. Für die Vermittlung eines KfW-Studienkredits erhebt der jeweilige Vertriebspartner der KfW-Bank eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 238 Euro, die von der ersten Ratenzahlung abgezogen wird.
Sondertilgungen
Unter einer Sondertilgung versteht man eine Rückzahlung, die über die im Kreditvertrag vereinbarten Leistungsraten hinausgeht. In der Regel sind Sondertilgungen für Studentenkredite bei fast allen Studienfinanzierer kostenlos möglich. So können die Schulden verfrüht abgebaut und damit auch die anfallenden Zinsen reduziert werden.
Die drei Phasen des Studentenkredits
Der Studentenkredit zeichnet sich wie jeder andere Kredit auch durch drei Phasen aus:
- die Auszahlungsphase,
- die Ruhephase (auch Karenzphase genannt) und
- die Rückzahlungsphase.
Die Auszahlungsphase bezeichnet den Zeitraum der Finanzierung. Sie kann sich von einigen Monaten bis über die Regelstudienzeit hinaus erstrecken.
Die Karenzphase ist der Zeitraum, in der der Studentenkredit nicht weiter verzinst wird. Für eine bestimmte Zeit von sechs, üblicherweise aber zwölf bis 24 Monaten hat der Kreditnehmer eine Auszeit von der Rückzahlungspflicht. Dieser Zeitraum soll die schwierige Jobsuche überbrücken helfen. Nach Ende der Karenzphase, die entweder nach der letzten Kreditzahlung oder erst nach Ende des Studiums einsetzt, beginnt für den Studenten oder Absolventen die Rückzahlung des Studentenkredits. Anders bei Bildungsfonds: Hier verschiebt sich im Falle einer Arbeitslosigkeit die Rückzahlung. Wer schon früher zurückzahlen kann und möchte, hat bei den meisten Studienfinanzierern die Möglichkeit dazu.
Die Rückzahlungsphase ist die Zeit, in der der verzinste Gesamtbetrag zurückgezahlt wird. Sie kann sich je nach Höhe der Tilgungsraten und des verzinsten Gesamtbetrags über Jahre erstrecken.
Kombinationsmöglichkeiten
Studienkredite können generell mit BAföG oder Bildungsfonds kombiniert werden. Es gibt aber auch Einschränkungen, bei denen die Höhe der Finanzierung aus der Differenz der bereits beantragten Finanzierung und der gesamten Auszahlungssumme errechnet.
studilux
© studilux.de 2007-2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der studilux GmbH
Diesen Beitrag kommentieren
Bitte beachte beim Schreiben Deines Leser-Kommentars auch die Richtlinien für Leser-Kommentare.
studilux auf Facebook
Aufstieg durch Bildung
Linkliste
Aufstieg durch Bildung | AYUSA International | askStudents.de | Austauschschüler | Contact & Cooperation | E-fellows.net | Kamikaze Munich Agentur | Miet24.de | studentensupport.de | studi.biz | studidoo | Staufenbiel | Unicompact | Uniturm.de














Danke für den übersichtlichen Artikel.
Mir fehlen allerdings Infromationen zum Auslandsstudium. (Nicht Auslandsaufenthalt) Für diesen Fall gibt es praktisch nur den KfW Bildungskredit, der mit 7200 aber gerademal die Studiengebühren im Ausland abdeckt. Gibt es noch andere Angebote für ein komplettes Studium im Ausland?