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    27.01.2010
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    Plädoyer für Fachhochschulen

    von Laura Klettke

    Wer sich zu einem Studium entschließt, muss neben der Frage nach dem Fach und dem Studienort auch entscheiden, ob er eine Universität oder eine Fachhochschule besuchen möchte. Denn obwohl beide Ausbildungsstätten mittlerweile regulär mit dem Bachelor oder Master verlassen werden, gibt es Unterschiede, über die sich der angehende Student im Klaren sein sollte.

    Wesentliche Unterschiede

    FH oder Uni - Wo ist da eigentlich der Unterschied?!

    Während Universitäten eine bis ins 11. Jahrhundert zurückreichende Geschichte haben, sind Fachhochschulen relativ junge Einrichtungen – in Deutschland gibt es sie seit den 60er Jahren. Mittlerweile haben sie sich etabliert – über 150 staatliche, private oder kirchliche Fachhochschulen gibt es in der Bundesrepublik. Dieser Erfolg resultiert nicht zuletzt aus der Tatsache, dass sie sich in der Ausrichtung der Bildung von herkömmlichen Universitäten abheben.

    Marion Schaake von der Berufsberatungsagentur ‚Schaake & Friends’ kennt die Unterschiede zwischen Fachhochschule und Universität. „Generell legen Universitäten den Fokus auf wissenschaftliches und forschungsorientiertes Arbeiten“, erklärt sie. Fachhochschulen sind hingegen anwendungsorientiert. Hier ist die Verknüpfung der Theorie mit der Arbeitswelt wichtig - in der Praxis heißt das zum Beispiel, dass Studiengänge in enger Kooperation mit Unternehmen gestaltet und and die aktuelle Arbeitsmarktsituation angepasst werden können.

    Doch die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge veränderte die Hochschullandschaft auch in dieser Hinsicht, erläutert die Berufsberaterin. „Der deutlichste Unterschied - selbstorganisiertes Lernen an der Uni versus klar strukturiertes Studium an einer FH - besteht durch die Einführung von Bachelor und Master inzwischen kaum noch.“ Jedoch haben Studenten einer Universität nach wie vor mehr Freiräume – es gibt seltener Pflichtpraktika und die Semesterferien sind länger.

    Sonnen- und Schattenseiten

    Diese Freiheit birgt auch Nachteile: So laufen viele Studenten Gefahr, das Studium ganz ohne Praxisbezug zu gestalten – was bei der Jobsuche zum Verhängnis werden kann. Zudem haben die meisten Universitätsstudenten ein enormes Lesepensum und müssen sich mit Theorien beschäftigen, deren Realitätsbezug oft nur mit Phantasie erkennbar ist. „Grundsätzlich sollte man für ein Universitätsstudium die Fähigkeit zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten mitbringen und auch ein gewisses Maß an Forscherdrang“, erläutert Marion Schaake.

    Die Nachteile eines FH-Studiums liegen hingegen beispielsweise im fehlenden Promotionsrecht: Ein Doktortitel lässt sich nur an einer Universität erwerben, wobei es für Absolventen einer Fachhochschule aber in Ausnahmefällen möglich ist, nach Abschluss ihres FH-Studiums an einer Universität ihre Doktorarbeit zu schreiben.

    Studienfachwahl stellt Weichen

    FH oder Uni - Wo ist da eigentlich der Unterschied?!

    Doch ob man sich für die Fachhochschule oder die Universität entscheidet, hängt auch von der Studienfachwahl ab. So zeichnet sich das Studienangebot der FHs meist durch einen technischen und wirtschaftlichen Schwerpunkt aus. Wen die wissenschaftliche Sichtweise mehr reizt, der ist an der Uni besser aufgehoben. Während also eine FH zum Beispiel den Studiengang Medienwirtschaft anbietet, studiert man an einer Uni hingegen Medien- oder Kommunikationswissenschaft.

    Durch den engen Bezug zum Arbeitsmarkt ermöglichen es Fachhochschulen, neue und gefragte Studiengänge zu entwickeln. Wer sich für Modejournalismus oder Eventmanagement interessiert, wird dies wohl nur an einer FH studieren können. Wer hingegen Lehrer oder Anwalt werden will, muss an die Uni: Denn nur hier wird auf Staatsexamen geprüft.

    Dass jedoch auch der Charakter der Studierenden für die Wahl entscheidend ist, hat Marion Schaake bei der Berufsberatung erlebt. „Es gibt eine Vielzahl von Studieninteressierten, die an einer Universität ziemlich unglücklich würden.“ So brauchen manche einfach den praktischen Bezug, um ein motivierendes Ziel vor Augen zu haben.

    studilux/lk

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    1 Dein Kommentar
    #1 Oliver Weidel schrieb am 03.02.2010 14:46 email

    "Denn nur hier wird auf Staatsexamen geprüft"

    Soll das nicht auch bald der Vergangenheit angehören - Umstellung auf Bachelor/Master?



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