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    15.01.2009
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    Motivier dich selbst, sonst motiviert dich keiner

    von Kay Szantyr

    Es ist alles eine Frage der richtigen Einstellung, behaupten die Motivationstrainer, dann wird auch die schwierigste Aufgabe zum Vergnügen. Damit haben sie durchaus recht. Was sie aber geschickt verschweigen ist, dass sie selbst - trotz teurer Seminare und seltsamen Kampfschreien - zu Deiner richtigen Einstellung kaum etwas beitragen können. An fehlender Motivation kannst nämlich nur Du selbst etwas ändern.

    Motivation ist der Antrieb zu handeln

    Motivationsschwächen hat jeder einmal, selbst Hochleistungssportler und Topmanager. Bei vielen Studenten tauchen die ersten Motivationsprobleme bereits ein, zwei Semester nach Studienbeginn auf, sobald die erste Begeisterung nüchternem Realismus weicht. Man stellt fest, dass man viele Fächer belegen musste, die keinen Spaß machen; dass manche Kommilitonen jetzt schon viel besser sind; dass man Teile des Stoffs trotz mehrfachen Wiederholens immer noch nicht begreift oder sich nicht merken kann. Diese Zweifel und die damit verbundene Lern-Unlust können immer wiederkehren. Selbst kurz vor dem Abschluss fällt manche noch einmal der innere Schweinehund an - zum Beispiel in Form des Gedankens: Das schaffe ich ohnehin nicht. Lasse ich es doch gleich sein.

    Alles, was Anstrengung bedeutet, ist grundsätzlich geeignet, die Motivation zu schwächen. Auf der anderen Seite: Die meisten Hobbys bedeuten auch eine Anstrengung, die keinerlei Unlust hervorruft. Motivation ist nämlich mit dem Streben nach Lustgewinn verbunden. Was diese Lust erzeugt, wissen wir aufgrund früherer Erfahrungen. Ein Beispiel: Wer einmal einen Berg bestiegen hat, erinnert sich zwar auch an das mühselige Klettern. Vor allem aber bleibt ihm das Erfolgsgefühl im Gedächtnis, das er hatte, als er den Gipfel erreichte. Der Bergsteiger strebt also nicht nach der Anstrengung an sich, sondern nach dem guten Gefühl, dass die Überwindung der eigenen Trägheit sowie die Ankunft am Ziel mit sich bringen.

    Dieses gute Gefühl kann auch entstehen, wenn man beispielsweise nach langem Lernen eine komplizierte Formel begreift oder einen komplizierten Gesetzestext versteht. Allerdings genügt die Aussicht darauf als Motivation oft nicht aus. Vor allem, wenn dieser Erfolg beim letzten Mal verwehrt blieb, also keine positiven Erfahrungen abgespeichert wurden. Hier muss der Motivation also ein wenig nachgeholfen werden.

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    Motivation muss von innen kommen

    Um Motivation zu produzieren, muss man sie zunächst verstehen. Allgemein ist Motivation alles, was jemanden dazu bringt, zu handeln. Welche Variablen genau unverzichtbar sind und welche verstärkend wirken, darin ist sich aber auch die psychologische Forschung nicht einig.

    Im Allgemeinen entsteht Motivation wohl aus einer Kombination verschiedener Faktoren. Schon seit Aristoteles werden intrinsische und extrinsische Motivatoren unterschieden, die einen unterschiedlich starken Einfluss besitzen. Extrinsische Faktoren sind beispielsweise die Aussicht auf Lob, Geld oder eine gute Note, aber auch die Angst vor der Peinlichkeit, zu versagen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie weniger entscheidend und langfristig wirken als intrinsische Motivatoren. Zu letzteren zählen beispielsweise die Freude an der Arbeit oder die Neugier auf neues Wissen. Hier wird bereits deutlich, dass die Konzentration auf die Abschlussnote nur wenig motivieren kann, wenn man keine Freude am Lernen und dem Gelernten hat. Deshalb helfen Motivationsseminare auch nur kurz: Sie wirken als extrinsische Motivation, ändern aber die grundlegende Einstellung der Teilnehmer nicht. Nach wenigen Tagen ist der von außen kommende Antrieb wieder verschwunden.

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    Motivationstipp

    Spaß am Lernen langweiligen Stoffs zu gewinnen ist schwierig. Vielleicht musst Du aber auch keinen Spaß daran haben - Du musst nur geschickt zwischen dem, was Dich begeistert, und dem Demotivierenden wechseln. Wenn eine unschöne und eine schöne Aufgabe zu erledigen sind, dann beginnen die meisten Menschen mit der weniger schönen, nach dem Motto "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen". Sinnvoller kann es sein, erst das zu tun, was Freude macht, und dann mit Elan und guter Laune in die andere Aufgabe zu starten. Meist wird sich die positive Einstellung noch eine ganze Weile halten, auch wenn die Tätigkeit bereits gewechselt hat.

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    Motivation braucht klare Ziele

    Das Wort Motivation hängt eng mit dem Begriff "Motiv" zusammen. Das Motiv oder Ziel, also das Resultat des Handelns, wirkt als starker Handlungsanreiz. Selbst bei Tätigkeiten, bei denen die Freude am Tun selbst dominiert, spielt immer auch das Streben nach dem Erwerb von mehr Sicherheit und mehr Können mit. Dieses Ziel lässt sich überprüfen - zum Beispiel, wenn man schneller segelt oder beim Schach öfter gewinnt - und bietet einem damit ständig kleine Erfolgserlebnisse. Wer dagegen mit dem Segeln anfängt, weil er eine Regatta gewinnen möchte, und seine Aktivitäten allein an diesem Ziel misst, der wird das Training irgendwann enttäuscht beenden. Das Erfolgserlebnis ist einfach zu weit entfernt.

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    Motivationstipp

    Ein typischer Merksatz lautet: Ziele sollen vor allem "smart" sein. Das bedeutet:

    • Spezifisch: Unklare Ziele wie "Ich muss besser werden" motivieren weniger als ein eindeutiges "Ich will eine eins".
    • Messbar: Aufgaben schneller zu lösen ist ein spezifisches Ziel, aber solange keine Uhr auf dem Schreibtisch liegt und die "Vorher"-Zeit notiert wurde, entstehen kein Ehrgeiz und keine Motivation.
    • Aktionsorientiert: Zum Handeln regt nur an, was tatsächlich durch das eigene Handeln beeinflussbar ist.
    • Realistisch: Das Ziel muss erreichbar sein. Nur wenige Studenten können sich mit dem Satz "Ich will das beste zweite Staatsexamen Deutschlands schreiben" dauerhaft motivieren - es spielen einfach zu viele Unbekannte hinein.
    • Terminiert: Wieder hilft ein "Ich will besser werden" wenig; wenn allerdings ein "...bis Ende diesen Monats" folgt, wird ein Motiv daraus.

    Prüfe alle Ziele, die Du Dir setzt, anhand dieser Kriterien durch und passe sie gegebenenfalls an. Sollte das Ziel, das Dir vor Augen schwebt, zu weit entfernt sein, brich es in Teilstücke herunter. Nur wenn Du regelmäßig überprüfen kannst, ob Deine Anstrengungen Erfolg haben, bleibst Du motiviert.

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