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    22.04.2009
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    Magister Artium (M.A.)

    Von Katharina Werschetzki

    Hochgebildete Lehrer und respektierte Vorgesetzte waren sie im antiken Rom. Hochgebildet sind die Magister auch heute noch, doch wie sieht es mit der gesellschaftlichen Anerkennung aus? In den letzten Jahren werden immer weniger Magister-Abschlüsse verliehen. Schließlich heißen die Abschlüsse der Zukunft Bachelor und Master. Noch aber gibt es die Magisterstudiengänge.

    Voraussetzung zur Erlangung des Magistergrades

    Der Magister Artium, oder in seiner weiblichen Bezeichnung Magistra Artium, ist seit dem Mittelalter ein angesehener akademischer Grad. Wurde man damals noch in den artes liberales, den "sieben Freien Künsten" geschult, kann man heute in weit mehr wissenschaftlichen Fächern den Magister erlangen. Traditionell geht dem Abschluss ein Studium der Geistes-, Sozial- oder Kulturwissenschaften voraus. In der Regel können dabei zwei bis drei Fächer aus völlig verschiedenen Fachbereichen kombiniert werden. An den meisten Universitäten sind das ein Haupt- und zwei Nebenfächer oder zwei Hauptfächer. Bei der Fächerkombination werden den Studierenden große Freiheiten gelassen.

    Wie zum Diplom gelangt man auch zum Magister über ein Grund- und ein Hauptstudium. Zulassungsvoraussetzung zum Hauptstudium ist dabei die bestandene Zwischenprüfung. In den ersten Semestern werden die Grundlagen des Fachs vermittelt, während danach eine Konzentration auf Interessensschwerpunkte möglich wird. Die Regelstudienzeit für ein Magisterstudium beträgt neun Semester. Es wird mit der Magisterprüfung abgeschlossen, die eine schriftliche Arbeit zu einem selbstgewählten Thema sowie mündliche und schriftliche Tests beinhaltet. Eine Promotion kann angeschlossen werden.

    An einigen Hochschulen findest Du die Bezeichnung Magister Scientiarum (M.Sc.). Dieser Abschluss ist mit dem Magister Artium vergleichbar, die gleichen Voraussetzungen müssen erbracht werden. Allerdings wird der M.Sc. ausschließlich nach einem naturwissenschaftlichen Studium verliehen. Der Magister Scientiarum ist heute allerdings noch seltener als der Magister Artium.

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    Gesellschaftliche Anerkennung

    Warum verliert der Magister immer mehr an Bedeutung? Im Zuge des Bolognaprozesses verschwinden die Diplom- und Magisterstudiengänge immer mehr von der Bildfläche und an den Hochschulen werden Bachelor- und Master-Studiengänge eingeführt. Erklärtes Ziel der europäischen Bildungsminister 1999 in Bologna war es, bis 2010 einen europaweit einheitlichen Hochschulraum zu schaffen. 2009 sind deshalb 75 Prozent des Lehrangebots an deutschen Hochschulen bereits durch Bachelor- und Master-Studiengänge gedeckt. Zeitgleich werden Magisterstudiengänge an den Hochschulen abgeschafft. Die international einheitlichen Standards zur Erlangung der Bachelor- und Master-Grade sollen die Anerkennung der Abschlüsse im Ausland erleichtern. Den Magister als akademischen Grad findet man zwar auch in Österreich, der Schweiz, Polen und einigen skandinavischen Ländern, allerdings variieren die Voraussetzungen zur Erlangung des Abschlusses. Somit ist der Magister nicht europaweit anerkannt.

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    Berufsaussichten

    Das Magister-Studium bereitet auf keinen bestimmten Beruf vor. Die Studierenden haben die Möglichkeit, sich durch bestimmte Fächerkombinationen zu spezialisieren. Neben dem Studium sind Praktika sinnvoll, um Kontakte zu Unternehmen im Kultur- und Medienbereich zu knüpfen. Magisterabsolventen können beispielsweise in der Beratung, in Museen und Theatern oder als Übersetzer tätig werden. Des Weiteren kommen Lektorate und Redaktionen in Betracht. Die Besonderheit des Magisterstudiengangs ist es aber, den Studierenden möglichst breit gefächertes Wissen zu vermitteln und ihnen alle Freiheiten bei der Berufswahl zu lassen.

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    Fachspezifische Magister

    Neben dem Magister Artium und dem Magister Scientiarum gibt es noch einige spezielle Magistergrade. So ist der Magister Legum Europae (MLE) ein europäischer Magisterabschluss, der für den Einsatz in sämtlichen länderübergreifenden Organisationen sowie für Kanzleien und Firmen in verschiedenen Ländern der EU qualifiziert. Für den Erwerb des MLE ist ein erfolgreich abgeschlossenes Grundstudium der Rechtswissenschaften an einer Universität innerhalb der EU oder der EFTA Voraussetzung.

    Das Studium der katholischen oder evangelischen Theologie kann mit dem Grad des Magister Theologiae (Mag. theol.) abgeschlossen werden. Die Möglichkeit zur Erlangung dieses Magistergrades wurde durch den Bologna-Prozess geschaffen. Diesen Abschluss kann man an deutschen und österreichischen Universitäten, kirchlichen sowie philosophisch-theologischen Hochschulen erlangen.

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