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Das Master-Studium
Master-Programme sind so genannte postgraduale Studiengänge: Man darf erst mit dem Studium starten, wenn bereits ein anderer Abschluss in einem grundständigen Studiengang vorliegt. Der Master ist für diejenigen gedacht, die sich nach dem Bachelor weiter wissenschaftlich in ihr Fach vertiefen oder sich in einem anderen Gebiet weiterbilden wollen. In einem Master-Programm können sich auch Magister- oder Diplomabsolventen eines anderen Studiengangs beispielsweise Wirtschaftswissen in kompakter Form aneignen.
Gliederung des Studiums
Das Master-Studium ist deutlich kürzer als das vorausgehende Bachelor-Studium. In meist vier Semestern gelangen die Studierenden zum Abschluss; vereinzelt gibt es auch drei- oder sogar zweisemestrige Angebote. Master, die berufsbegleitend aufgebaut sind -als Wochenend- und Abendstudium oder über Online-Module - dauern in der Regel doppelt so lang, also sechs bis acht Semester.
Der Master ist insbesondere für die wissenschaftliche Vertiefung in einem Gebiet gedacht. Das bedeutet: Er ist theorielastig und beschäftigt sich viel mit der Forschung. Er stellt auch die Grundlage und Voraussetzung für eine Promotion dar. Allerdings ist kein Master-Programm wie das andere; es gibt in Deutschland durchaus auch praxisorientierte Master.
Voraussetzung zum Erwerb des Masters
Im Normalfall schließt ein Studierender aber ein Bachelor-Studium ab und schreibt sich dann für einen Master ein. Da die meisten Absolventen derzeit noch einen Magister oder ein Diplom haben, finden sich auch diese unter den Master-Studierenden. Allerdings vor allem in Master-Programmen, die nichts mit dem Fachbereich des Erststudiums zu tun haben. Schließlich soll Bachelor plus Master in Zukunft das sein, was Magister und Diplom bisher waren: Ein umfassendes, für die Wirtschaft, aber auch für die Forschung und Lehre qualifizierendes Studium, nur eben in zwei Blöcken statt einem. Wer beispielsweise nach dem BWL-Diplom mit Schwerpunkt Management einen Master in Management macht, hat anschließend eigentlich zwei gleiche Abschlüsse mit unterschiedlichen Bezeichnungen.
Master-Programme werden also nach ihrem Verhältnis zum vorangegangenen Erststudium unterschieden. Konsekutive Master bauen inhaltlich auf einem Bachelor-Studiengang desselben Fachs auf. Wer einen Germanistik-Bachelor hat, kann daraufhin mit einem konsekutiven Germanistik-Master seine Fachkenntnisse vertiefen.
Nicht-konsekutive Master dagegen stehen Absolventen aller anderen Fächer offen. Wenn ein Germanistik-Bachelor also BWL lernen möchte, muss er sich einen nicht-konsekutiven Master in Wirtschaft suchen. Dort werden keine Fachkenntnisse vorausgesetzt, allerdings die Erfahrung im Lernen und wissenschaftlichen Arbeiten, die aus dem Bachelor-Studium stammt.
Viele Studierende schließen den Master direkt an den Bachelor an, weil sie von vorneherein wissen, dass sie sich höher qualifizieren wollen. Es ist aber auch möglich, erst einige Jahre zu arbeiten, bevor man an die Hochschule zurückkehrt - dann teilweise mit finanzieller Förderung durch den Arbeitgeber. Für einige Master-Programme ist Berufserfahrung sogar Bewerbungsvoraussetzung.
Theoretisch ist der Wechsel zwischen den Hochschulformen möglich, also zum Beispiel nach einem FH-Bachelor an die Universität. Wer vor dem Bachelor nur eine Fachhochschulreife besaß, darf offiziell nach dem ersten Abschluss an die Uni wechseln. Allerdings scheint es Praxis zu sein, dass die Universitäten ihre wenigen Master-Plätze lieber an Uni-Absolventen vergeben.
Gesellschaftliche Anerkennung
Eigentlich ist der Bachelor bereits ein vollwertiger, berufsqualifizierender Studienabschluss. Dennoch sind sich viele Unternehmen nicht sicher, ob die im Bachelor-Programm erworbenen Qualifikationen wirklich genügen; manche Personaler geben auch an, sie hätten bereits enttäuschende Erfahrungen mit Bachelor-Absolventen gemacht. Das Ergebnis jedenfalls lautet: Absolventen mit Magister, Diplom oder Master gerne, mit Bachelor nur unter Vorbehalt. Das ist wohl auch der Hauptgrund, weshalb so viele Studenten den Master gleich an das Bachelor-Studium anhängen. Allerdings ist die Zahl der postgradualen Studienplätze beschränkt; nur ein Drittel bis die Hälfte der Absolventen des Erststudiums bekommt einen Master-Platz.
In bestimmten Branchen, wie in Teilen der Unternehmensberatung, genügt der Bachelor. Wer aber als Ingenieur oder Naturwissenschaftler in einen Großkonzern einsteigen möchte, beispielsweise in der Pharmabranche, hat ohne Master bislang schlechte Karten. Oft wird auch noch eine Promotion verlangt, die erst nach dem Master möglich ist. Ebenfalls unabkömmlich ist der Master-Titel für Interessenten an Jobs in der Forschung oder in der Lehre.
Berufsaussichten
Natürlich hängen die Berufsaussichten eines Master-Absolventen vor allem vom Studiengang ab. Grundsätzlich aber erfährt der Master dieselbe Anerkennung wie das Diplom und hat damit gegenüber dem Bachelor bei einer Bewerbung große Vorteile. Zudem liegt das Einstiegsgehalt in der Regel deutlich über dem eines Bachelors.
Spezielle Master
Wie beim Bachelor gibt es verschiedene Master-Bezeichnungen, je nach inhaltlicher Ausrichtung:
- Der Master of Arts (M.A.) ist der reguläre Abschluss, der noch relativ praxisbezogen unterrichtet wird.
- Der Master of Science (M.Sc.) sollte eine wissenschaftlichere, theoretischere Ausrichtung haben. In der Realität besteht jedoch oft kein Unterschied zum M.A.
- Der Master of Engineering (M.Eng.) wird in den Ingenieurwissenschaften vergeben und
- der LL.M., der Master of Laws, in den Rechtswissenschaften.
- Der MBA (Master in Business Administration) ist zwar dem Namen nach ein Master, es gelten aber vollkommen andere Voraussetzungen für die Studienzulassung, und auch das Renommee ist ein anderes.
- Außerdem gibt es noch den Master of Music, den Master of Education und den Master of Fine Arts (M.Mus., M.Ed., M.F.A.).
Welcher Master erworben wird, macht bei der anschließenden Bewerbung wenig Unterschied. Hauptsache, ein Master-Titel steht auf dem Hochschul-Zeugnis - und der Rest hängt vom Studienfach und von der Hochschule ab.
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