Das Bachelor-Studium
Von Katharina Werschetzki
Ein Bachelor-Studium kann an Universitäten, Fachhochschulen und Kunsthochschulen aufgenommen werden. Dabei ist die Wahl eines naturwissenschaftlichen oder technischen Fachs ebenso möglich wie die eines geistes- oder sozialwissenschaftlichen. Ähnlich wie beim Magisterstudiengang sind Fächerkombinationen zugelassen. Je nach Hochschule sind das zwei Hauptfächer oder ein Hauptfach mit bis zu zwei Nebenfächern. Allerdings wird auch der "Ein-Fach-Bachelor" vor allem in den Natur- oder Ingenieurswissenschaften angeboten.
Gliederung des Studiums
Das Studium ist in sogenannte "Module" gegliedert, die einen bestimmten Fachbereich nach Ausbildungsabschnitten strukturieren. Nach jedem bestandenen Modul, meist nach einer Prüfung oder einer schriftlichen Seminararbeit, werden Punkte vergeben. Im gesamten Bachelor-Studium müssen mindesten 180 Leistungspunkte erreicht werden. Bei der Punktevergabe gelten die Regeln des "European Credit Transfer and Accumulation System" (ECTS). Dadurch soll der Arbeitsaufwand für einzelne Module vergleichbar werden - und zwar europaweit.
Voraussetzung zum Erwerb des Bachelors
Die Regelstudienzeit eines Bachelors umfasst sechs bis acht Semester. Das Ziel des Studiums ist ein erster berufsqualifizierender Abschluss. Zum Modulsystem kommen an den meisten Hochschulen Pflichtpraktika, welche die Studierenden auf die Tätigkeiten im Unternehmen vorbereiten. Anders als beim früheren Magister oder Diplomstudiengang werden damit viele Phasen des Studiums im Voraus von den Hochschulen strukturiert.
Den Bachelor-Grad kann man erst erlangen, wenn alle vorgeschriebenen Basis-Modulleistungen (und damit die erforderliche ECTS-Punktezahl) vorliegen. Danach folgt eine schriftliche Bachelor-Arbeit zu einem selbstgewählten Thema. Auch mündliche und/oder schriftliche Prüfungen im Haupt- und Nebenfach müssen abgelegt werden.
Ein Bachelor-Abschluss berechtigt zur Aufnahme eines Master-Studiums im gleichen Fachbereich; erst danach ist eine Promotion möglich. Nur in Ausnahmefällen kann diese gleich an den Bachelor angehängt werden.
Gesellschaftliche Anerkennung
Ziel der Einführung des Bachelors war eine praxisbezogene und zügige Ausbildung. Auch die Vergleichbarkeit von Studienleistungen und akademischen Abschlüssen soll somit für den Hochschulraum Europa gewährleistet sein. Innerhalb Deutschlands gibt es seit 2010 nur noch Bachelor- und Master-Studiengänge. Für Studierende wird es damit leichter, innerhalb Europas die Hochschule zu wechseln, für Absolventen vereinfacht das System die Suche nach einem Arbeitsplatz im Ausland.
Außerhalb Europas versteht man unter einem Bachelor-Studium häufig etwas anderes. Du kannst damit rechnen, dass ein Bachelor-Studium in Amerika oder Kanada ganz anders aufgebaut ist als in Deutschland. Oft kommt es hier zu Problemen bei der Anerkennung von Studienleistungen, wenn du im Verlauf deines Studiums einige Semester zum Beispiel an einer US-amerikanischen Universität studierst und dann deinen Abschluss in Deutschland machen möchtest. Hier solltest du dich genauestens in deiner Fachstudienberatung informieren.
Berufsaussichten
Die kurze Studienzeit von sechs bis acht Semestern und der damit verbundene frühe Berufseinstieg machen Bachelor-Absolventen für viele Arbeitnehmer interessant. Auch wenn der Bachelor den niedrigsten akademischen Grad bezeichnet, sei dies für die Absolventen kein Hindernis am Arbeitsmarkt, meint der Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft. Neben einem straffen Studium, welches das Einstiegsalter der Absolventen in den Arbeitsmarkt senkt, können Bachelor-Absolventen den Arbeitgebern Erfahrungen aus den Praktika vorweisen. Nach Angaben des Stifterverbands steige die Beschäftigungsquote von Bachelor-Absolventen in Unternehmen und die Jungakademiker meisterten den Berufseinstieg erfolgreich.
Spezielle Bachelor
Neben dem Bachelor of Arts (B.A.) und dem Bachelor of Science (B.Sc.), die den Abschluss eines geisteswissenschaftlichen beziehungsweise eines naturwissenschaftlichen Studiums bezeichnen, können sich Bachelor-Absolventen anderer Fächer mit weiteren Titeln schmücken. So wird der Bachelor of Education (B.Ed.) in den Erziehungswissenschaften, der Bachelor of Laws (LL.B.) in den Rechtswissenschaften und der Bachelor of Engineering (B.Eng.) in den Ingenieurswissenschaften verliehen. Parallel zu den speziellen Bachelor-Abschlüssen existieren an vielen Hochschulen noch Staatsexamen, Magister und Diplom. An Kunst- und Musikhochschulen werden mittlerweile die Abschlüsse Bachelor of Fine Arts (B.F.A.) und Bachelor of Musics (B.Mus.) vergeben. Die Abschlussbezeichnungen hat die Kultusministerkonferenz (KMK) 2003 für Deutschland festgelegt.
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