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11.06.2010
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Auf gut Glück – die Initiativbewerbung

Der üblichste Weg zum Job ist es, auf eine Stellenausschreibung zu antworten. Dann treffen zusammen mit Deiner Bewerbung aber auch viele andere ein. Wenn Dich ein Unternehmen oder eine Stelle besonders interessieren, kannst Du Dich stattdessen initiativ bewerben. Allerdings musst Du Deine normale Bewerbungsmappe dafür ein wenig umstellen.

Warum initiativ bewerben?

Wer unaufgefordert seine Mappe einschickt, hofft natürlich auf sein Glück. Die Abteilung, die ihn interessiert, hat offenbar derzeit keine freien Stellen, sonst würde sie ja inserieren. Allerdings kann bereits klar sein, dass demnächst eine Stelle frei wird – die ist aber entweder noch intern ausgeschrieben oder kommt erst in einer Woche in die Zeitung. Wer vorab seine Bewerbung platziert, sticht aus der Menge heraus. Außerdem zeigt er, dass ihn das Unternehmen wirklich interessiert – sonst würde er das „Risiko“ einer Initiativbewerbung nicht eingehen. Und Engagement ist immer gefragt.

Ein wirkliches Risiko ist eine initiative Bewerbung natürlich nicht, schließlich freut sich jedes Unternehmen, wenn man sich für die Mitarbeit interessiert. Im schlechtesten Fall ist nur gerade keine Stelle frei. Vielleicht erhält man aber auch ein Angebot für eine andere Position, an die man gar nicht dachte, die sich aber als spannend erweist. Der Vorteil der Initiativbewerbung ist schließlich, dass man sich und seinen Lebenslauf nicht den in einer Stellenanzeige genannten Anforderungen „anpassen“ muss, sondern sich einfach von seiner besten Seite präsentiert. Und der Personaler kann entscheiden, wofür sich der Bewerber am besten eignet.

Wie läuft die Initiativbewerbung ab?

Da keine Stellenausschreibung vorliegt, ist zunächst ein Anruf bei der Firma nötig. Das hat allerdings den Vorteil, dass man im Anschreiben auf dieses Telefonat Bezug nehmen kann. Folgende Punkte sind vorab telefonisch zu klären:

  • Wer ist der zuständige Ansprechpartner in der Personalabteilung?
    An ihn wird die Bewerbung adressiert.
  • Wie lauten die vollständige Adresse und E-Mail?
    Das braucht man für den Kopf des Anschreibens bzw. die Adressierung des Umschlags.
  • Werden postalische oder Online-Bewerbungen bevorzugt?
  • Wie lautet der genaue Titel der Stelle, die man gerne hätte?
    Ähnliche Positionen heißen in den einzelnen Unternehmen unterschiedlich – was bei dem einen ein Consultant ist, nennt sich beim anderen Associate, der unter einem Consultant arbeitet.

Das Anschreiben der Initiativbewerbung

Das Schwierigste an einer Initiativbewerbung ist sicher das Anschreiben. Zwar kann man nicht auf eine konkrete Anforderung Bezug nehmen, die Vorstellung der eigenen Stärken und Qualifikationen darf dennoch nicht beliebig ausfallen. Wer einfach schreibt, dass er intelligent, teamfähig und flexibel ist und hofft, der Personaler möge den richtigen Job finden, wird kaum Chancen haben. Besser ist es, die Selbstdarstellung auf eine fiktive Stelle auszurichten, aber ein wenig Spielraum zu lassen, sodass auch andere Jobs als der konkret gewünschte in Frage kommen. Wenn der Personaler aktuell nichts anbieten kann, wird die Bewerbung nämlich (mit Erlaubnis des Bewerbers) archiviert – und sobald wieder eine Stelle zu besetzen ist, winkt eine neue Chance.

Die wichtigsten Punkte des Anschreibens bei einer Initiativbewerbung:

  • Persönlich adressiert an den Personaler, mit dem man bereits telefonierte;
  • es muss deutlich werden, warum man gerade in diesem Unternehmen arbeiten möchte und dass man sich bereits intensiv informiert hat;
  • die gewünschte Position wird grob umrissen und
  • man stellt sich selbst im besten Licht dar.

Die übrigen Unterlagen

Alle weiteren Unterlagen der Initiativbewerbung – also vor allem Lebenslauf und Zeugnisse – gleichen denen der regulären Bewerbung.

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