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    Hochschule schon gefunden?


    16.03.2009
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    Mitten rein in die Facharbeit: Recherche und Schreiben

    Von Kay Szantyr

    Das Thema ist gefunden und mit dem Lehrer abgestimmt. Jetzt geht es an die Recherche, das heißt auf die Suche nach Informationsquellen. Diese können ganz unterschiedlich aussehen: Websites, Bücher, Zeitungsarchive, aber auch Personen, die man zu einem bestimmten Thema interviewt. Diese Quellen werden noch einmal nach ihrem Themenbezug und ihrer Wichtigkeit untergliedert.

    Primär- und Sekundärquellen

    Primärquellen sind diejenigen, die direkt mit dem Thema zu tun haben, beispielsweise das Theaterstück, das analysiert werden soll, oder eine Untersuchung, die man diskutieren möchte. Sekundärquellen wären dann Abhandlungen über das Theaterstück oder Analysen der Untersuchung. Aber Achtung: Lautet das Thema "Die zeitgenössische Literatur über Shakespeares Werke", sind Shakespeares Werke letztendlich Sekundärliteratur - und die Autoren, die sich mit ihnen beschäftigten, lieferten die Primärquellen. In jedem Fall zu vermeiden aber sind "Tertiärquellen": Quellen, in denen ein Autor einen anderen Autor zitiert. Wenn es ein wissenschaftliches Werk ist, wird ein Literaturverweis die Suche nach dem Originaltext ermöglichen, sodass man direkt von dort zitiert. Nicht selten stellt man dann auch fest, dass die Worte aus dem Zusammenhang gerissen wurden oder durch Schreibfehler verfälscht.

    Um an geeignete Quellen zu gelangen, empfiehlt es sich, eine eher allgemeine Abhandlung zum Thema zu lesen. Anhand des Quellenverzeichnisses lassen sich dann weitere, speziellere Bücher suchen. Das eine oder andere Kapitel vergeblich durchzulesen lässt sich leider nicht vermeiden. Wer aber zu einem Buch greift, aus dem viele andere zitierten, weiß wenigstens, dass alles, was er findet, allgemein anerkannt ist (es sei denn, der Autor wurde in jedem Artikel kritisiert). Vollkommen unbekannte Verfasser zu zitieren, nur weil sie die eigene Meinung widerspiegeln, ist dagegen ungeschickt. Wesentlich besser kommt es an, eine anerkannte Stimme wiederzugeben und dann argumentativ zu widerlegen.

    Noch ein Wort zur Suche im Internet: Dort ist die Rückverfolgung zur Quelle einer Behauptung oder Zahl oft ungleich schwerer als in Büchern. Daher sollte wirklich nur von den Websites großer Forschungsinstitute, von Regierungsstellen oder Ähnlichem zitiert werden. Wikipedia ist zwar zur für die erste Orientierung hilfreich - zitierfähig ist es aber nicht!

    Tipp: Karteikarten für die Übersicht

    Während Du in der Bibliothek über den Büchern sitzt oder Dich durch das Netz googelst, sollte immer ein Stapel Karteikarten - am übersichtlichsten sind welche in Din A 5 - neben Dir liegen. Auf Ihnen notierst du interessante Stellen sowie die komplette Quellenangabe inklusive Seitenzahl. Sonst wirst Du später Schwierigkeiten haben, das Zitat wiederzufinden, und vielleicht ist das Buch später auch dauerhaft verliehen. Dann bliebe nichts als raten. Und darauf solltest Du in Deiner Facharbeit verzichten.

    Schreiben: Wo anfangen?

    Man kann mit dem Schreiben einer Arbeit eigentlich erst beginnen, wenn schon ein großer Teil des Inhalts recherchiert wurde. Nur dann ist nämlich abzuschätzen, welche Punkte genau angesprochen werden sollen, wie viel Platz dafür zur Verfügung steht und wie man sie miteinander verbindet. Wer sich in einem Teilaspekt schlau gemacht hat und sofort das entsprechende Kapitel schreibt, wird später viel Arbeit damit haben, es in den Gesamttext einzupassen.

    Das Wichtigste zu Beginn ist ein Entwurf der Struktur der Arbeit. Der Text wird sich aus Einleitung, Hauptteil und Schluss zusammensetzen. Üblicherweise ist der Hauptteil in Unter- und Unter-Unterpunkte gegliedert; manchmal bietet sich auch eine zusätzliche Gliederung des Anfangs oder des Schlusses an.

    Die durch diese Punkte vorgegebene Struktur spiegelt sich auf einen Blick ersichtlich im Inhaltsverzeichnis wieder. Nach der ersten Recherche sollte die Übersicht über das Thema und die relevanten Aspekte bereits groß genug sein, um ein (vorläufiges) Inhaltsverzeichnis zu erstellen. Auch eine ungefähre Gewichtung der einzelnen Punkte in Form von groben Seitenzahlvorgaben ist schon sinnvoll. Diese Grobgliederung hilft als Orientierung beim Schreiben später sehr: Zum einen weiß man bereits, auf welchen Folgeaspekt man argumentativ zuarbeitet, zum anderen lässt sich so leichter kontrollieren, ob die Länge der Arbeit stimmen wird.

    Das erste Kapitel

    Der Idealfall sieht so aus: Recherche, Arbeit im Kopf entwerfen, Computer an, Inhaltsverzeichnis schreiben und dann von der Einleitung bis zum Schluss alles schön nacheinander heruntertippen. Aber wer ist schon der ideale Autor? Einzelne Kapitel vorab zu schreiben ist vollkommen legitim, solange man den Zusammenhang und die Einbettung in die gesamte Arbeit nicht aus den Augen verliert.

    Viele Ratgeber empfehlen sogar ausdrücklich, sich nicht nur die abschließenden Seiten, sondern auch den Anfang bis zum Schluss aufzuheben. Das Ende deshalb, weil dort ein Fazit gezogen werden kann - und das geht erst, wenn das gesamte Thema durchdacht wurde. Manchmal wechselt man nämlich im Lauf der Recherche sogar die eigene Meinung, weil sie sich als nicht belegbar erweist. Wenn dann im Fazit doch auf der ursprünglichen Meinung beharrt wird, führt dies die ganze Arbeit ad absurdum. Der Einleitungsteil dagegen beinhaltet eine zielgerichtete Hinführung an den Inhalt der Arbeit und oft auch einen kleinen Vorab-Überblick über den Analyse- und Argumentationsweg. Der kann sich während des Schreibens dank Geistesblitzen oder neuen Informationen aber noch ändern.

    Sinnvoll ist also der Start mit dem ersten Kapitel des Hauptteils. Es ist auch der relativ unkomplizierteste Teil: Hier geht es meist um den derzeitigen Forschungsstand und die Grundlagen der Arbeit. Warum ist diese Frage interessant? Welche Lösungsansätze bestehen bereits? Unter welchen Prämissen wird die Untersuchung durchgeführt, das heißt: Auf welchen Annahmen wird sie aufgebaut, die als gegeben gesehen und nicht untersucht werden? Werden diese Fragen im ersten Unterpunkt des Hauptteils abgehandelt, ist man schon mitten im Thema drin - das Weiterschreiben sollte nun wesentlich leichter fallen.

    Tipp: Zu kurz? Zu lang? Ein paar Tricks

    Üblich für eine Facharbeit sind zwischen 8 und 15 Textseiten, je nach Vorgabe. Inhaltsverzeichnis, Index, Quellenverzeichnis zählen nicht dazu. Wenn das nach zu wenig klingt: Sich kurz zu fassen ist eine Kunst, die auch im Studium verlangt wird - nicht schöne Formulierungen, sondern Präzision ist gefragt. Wem das zu viel erscheint: Der große Zeilenabstand und Seitenrand, die Leiste mit den Fußnoten und die relativ große Schrift bewirken, dass eine Facharbeitsseite viel weniger Text enthält als beispielsweise die übliche Taschenbuchseite. So viel ist es also nicht. Und wenn doch weniger oder mehr Seiten als geplant herauskommen - mit ein paar Formatierungstricks kannst Du Deine Arbeit auf die richtige Seitenzahl schummeln:

    • Zeichenabstand: Unter "Format", "Zeichen", "Zeichenabstand" oder "Laufweite" kann man in fast allen Textverarbeitungsprogrammen angeben, wie eng oder weit die Buchstaben innerhalb eines Wortes stehen. Auf zehn Seiten kann eine Änderung der Standardeinstellung eine halbe Seite mehr oder weniger Text ergeben. Allerdings fallen Änderungen über -2 bzw. 2 Punkt deutlich auf.
    • Zeilenabstand: Ein Zeilenabstand mit einem Wert von 1,5 entspricht bei einer 12-Punkt-Schrift 18 Punkt. Gibt man unter "Format", "Zeilenabstand" nicht "1,5-zeilig", sondern "genau" ein und dann 17 oder 19 Punkt, erhält man unter Umständen eine Zeile mehr oder weniger pro Seite. Allerdings solltest Du das Ergebnis genau mit dem Original vergleichen, sodass es nicht zu stark abweicht: Nicht alle Programme zählen den Abstand gleich!
    • Abstand nach Absatz: Optisch ansprechend ist ein kleiner Abstand vor einem neuen Absatz. Da man diesen Abstand aus Zeitschriften und Büchern gewöhnt ist, dürfte er kaum negativ auffallen. Empfehlenswert sind 3 Pt., einzustellen unter "Format" und "Absatz". Ist die Arbeit zu lang, kann man hier einen größeren Wert eingeben und so ganze Leerzeilen ersetzen. Dann rückt zum Beispiel eine Überschrift ein wenig näher an den vorhergehenden Absatz heran.

    Checkliste: Vor der Abgabe

    Egal, ob die Facharbeit dank guter Planung schon früh fertig wird oder ob die Nacht vor dem Abgabeschluss noch hektischen Korrekturen diente - für eine gründliche "Endabnahme" der Arbeit sollte immer genug Zeit sein. Sonst scheitert die gute Note an Formalia oder Flüchtigkeitsfehlern. Die folgende Checkliste hilft bei der Prüfung:

    • Wurden alle Vorgaben eingehalten bezüglich Seitenrand, Zeilenabstand, Schrift?
    • Stimmen die Nummerierungen im Inhaltsverzeichnis noch mit den Nummerierungen im Text überein? Sind sie durchlaufend? Sind die Punkte im Inhaltsverzeichnis und die Überschriften im Text identisch?
    • Stimmen alle Querverweise - auf andere Unterpunkte, auf Seiten, auf Fußnoten - noch? Eine einzelne nachträglich eingefügte Fußnote kann alles durcheinander werfen.
    • Wurden Rechtschreibung und Satzbau kontrolliert? Wenn kein orthografisch versierter Leser zu finden ist, sollte wenigstens die Word-Rechtschreibkorrektur zu Rate gezogen werden. Und natürlich der Duden.
    • Hat jemand die Arbeit einmal auf logische Stringenz überprüft? Am besten ist, der unbefangene Leser schildert mit eigenen Worten, worum es in der Arbeit genau geht. So lassen sich Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit der Argumentation überprüfen.

    Literaturtipp

    Ein Klassiker, der Dir auch im Studium noch helfen wird - auch wenn du nicht Sozialwissenschaften studierst:

    Umberto Eco: Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt; C.F. Müller Verlag, Heidelberg 2003.

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